BBT schließt drei MVZ-Praxen zum Start des neuen Hohenloher Krankenhaus
Allgemeinmedizin in Künzelsau sowie Gastroenterologie und Gynäkologie in Öhringen sind laut Betreiber wirtschaftlich nicht tragfähig
Während das neue Hohenloher Krankenhaus in Öhringen am 1. Oktober seinen Betrieb aufgenommen hat, stehen gleichzeitig Einschnitte in der ambulanten Versorgung des Hohenlohekreises an. Die BBT-Gruppe schließt drei Praxen ihres Medizinischen Versorgungszentrums: Noch im Oktober endet die Allgemeinmedizin im MediKÜN in Künzelsau, zum 1. Januar 2027 folgen Gastroenterologie und Gynäkologie in Öhringen. Als Grund nennt der Betreiber wirtschaftliche Defizite.
Nach Angaben der BBT-Gruppe gegenüber dem SWR seien die betroffenen Praxen wirtschaftlich nicht tragfähig; der Betreibergesellschaft fehlten die Mittel zum Ausgleich der Defizite. Für die Beschäftigten sollen individuelle Lösungen und Beschäftigungsperspektiven in anderen Einrichtungen der Gruppe gesucht werden.
Die Vertragsarztsitze sollen nach Angaben des Betreibers erhalten und neu ausgeschrieben werden. Gespräche mit möglichen Interessenten liefen bereits. Ob die jeweiligen medizinischen Angebote damit an den bisherigen Standorten fortgeführt werden können, ist allerdings offen.
Klinikneubau in Öhringen gleichzeitig in Betrieb genommen
Parallel vollzieht die BBT-Gruppe einen erheblichen Umbau ihrer stationären Versorgung im Hohenlohekreis. Am 1. Oktober 2026 nahm das neue Hohenloher Krankenhaus in Öhringen offiziell seinen Betrieb auf. Bereits eine Minute später wurde nach Angaben des Klinikums der erste Patient in der neuen Zentralen Notaufnahme aufgenommen.
Im Laufe des Vormittags wurden die Patienten aus dem unmittelbar benachbarten Altbau in den Neubau verlegt. Dazu gehörten auch Patienten der Intensivstation und der Stroke Unit. Um 13:15 Uhr war der Umzug abgeschlossen. Die Zentrale Notaufnahme behandelte bereits am ersten Tag bis zum Nachmittag 15 teilweise schwere Notfälle.
Besonders sensibel ist vor diesem Hintergrund die Entwicklung in Künzelsau. Nach der Aufgabe der dortigen stationären Krankenhausversorgung war das MediKÜN als Bestandteil der ambulanten Nachfolgestruktur aufgebaut worden. Mit der jetzt angekündigten Schließung der allgemeinmedizinischen Praxis gerät ein Teil dieses Versorgungskonzepts erneut unter Druck.




