KMG beendet stationäre Aufnahmen in Wittstock
Gastroenterologie zieht nach Pritzwalk – internistische Notaufnahme bleibt zunächst am Standort
Am KMG Klinikum Nordbrandenburg in Wittstock sind seit dem 1. Oktober 2026 keine stationären Aufnahmen mehr möglich. Hintergrund ist die Verlagerung der bisherigen Klinik für Innere Medizin II mit Schwerpunkt Gastroenterologie nach Pritzwalk. Die internistische Notaufnahme bleibt nach Angaben des Klinikbetreibers zunächst in Wittstock, bevor der Krankenhausstandort zum Jahresende geschlossen werden soll.
Die Abteilung wird in Pritzwalk unter dem Namen Klinik für Gastroenterologie, Onkologie, Infektionskrankheiten und allgemeine Innere Medizin weitergeführt. Endoskopische Untersuchungen auf hausärztliche Zuweisung bietet KMG weiterhin sowohl in Wittstock als auch in Pritzwalk an.
Gastroenterologie und Chirurgie künftig an einem Standort
Mit der Verlagerung konzentriert KMG die Gastroenterologie und die Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Minimal Invasive Chirurgie am Standort Pritzwalk. Beide Fachbereiche versorgen ihre Patienten dort auf einer gemeinsamen interdisziplinären Station. Zudem steht der Gastroenterologie in Pritzwalk eine radiologische Diagnostik einschließlich MRT zur Verfügung, die am bisherigen Standort Wittstock nicht vorhanden war.
Der Umzug ist Teil einer umfassenderen Neuordnung des KMG Klinikums Nordbrandenburg. Auch die Kardiologie soll von Wittstock nach Pritzwalk verlagert werden. KMG baut dort unter anderem zwei neue Herzkatheterlabore auf. Die stationäre Versorgung des Standorts Wittstock soll zum 31. Dezember 2026 vollständig enden.
Anschlussversorgung in Wittstock weiter umstritten
Parallel bleibt offen, wie die medizinische Versorgung in Wittstock nach der Klinikschließung ausgestaltet wird. Der Kreistag Ostprignitz-Ruppin, die Stadt und die Initiative „Wittstock zeigt Gesicht“ hatten die Kassenärztliche Vereinigung Brandenburg (KVBB) im September aufgefordert, die Voraussetzungen für eine Interimslösung und ein geplantes Medizinisches Versorgungszentrum zu klären. (1)
Die KVBB wies den Vorwurf zurück, die Errichtung eines MVZ zu blockieren. Nach ihren Angaben wurden verfügbare Versorgungsaufträge für ein neues MVZ benannt. Dazu zählen drei hausärztliche und zwei neurologische Versorgungsaufträge sowie jeweils ein halber Versorgungsauftrag für HNO und Urologie. (2)
Bereits im Frühjahr war für eine Übergangslösung an der Ackerstraße eine Investition von 674.000 Euro vorgesehen. Langfristig soll in Wittstock ein Gesundheitscampus in der ehemaligen Tuchfabrik entstehen. (3)




