Klinikum Mittelbaden baut rund 200 Stellen ab
Defizit lag im Juli bereits bei 24 Millionen Euro – Klinik reagiert mit Personalabbau, Digitalisierung und Standortkonzentration
Das Klinikum Mittelbaden will angesichts seiner weiter wachsenden Verluste rund 200 Stellen abbauen. Wie Baden TV berichtet, lag das Defizit des kommunalen Klinikverbunds bereits im Juli bei 24 Millionen Euro. Als Gegenmaßnahmen sind neben dem Personalabbau effizientere Prozesse und eine stärkere Digitalisierung vorgesehen.
Zusätzlichen Druck erwartet das Klinikum durch die veränderten gesetzlichen Finanzierungsbedingungen. Bereits im Mai hatte der Aufsichtsrat vor einer zusätzlichen jährlichen Belastung von bis zu 13 Millionen Euro ab 2027 gewarnt. Baden TV beziffert die möglichen zusätzlichen Einbußen bis 2030 nun auf insgesamt rund 160 Millionen Euro.
Standort Bühl schließt Ende 2026
Parallel zum Konsolidierungskurs wird der Krankenhausstandort Bühl bis Ende des Jahres geschlossen. Altersmedizin, Schmerzmedizin, Sportmedizin und ambulante Operationen sollen auf die Standorte Rastatt und Baden-Baden verteilt werden. Das Gebäude soll an die Stadt Bühl verkauft werden.
Die wirtschaftlichen Probleme bestehen bereits seit mehreren Jahren. Für 2024 weist das Klinikum einen Jahresfehlbetrag von rund 16,8 Millionen Euro aus und beschreibt sich selbst aufgrund der Finanzierungsbedingungen und strukturellen Gegebenheiten als dauerhaft defizitär.




