JACIE-Akkreditierung für gemeinsames Zelltherapiezentrum in Dresden und Chemnitz

Universitätsklinikum Dresden und Klinikum Chemnitz stärken Kooperation und setzen Maßstäbe für onkologische Spitzenversorgung

Das Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden und das Klinikum Chemnitz sind als gemeinsames Zentrum für Zell- und Immuntherapie erfolgreich durch das europäische Expertengremium JACIE akkreditiert worden. Wie die Einrichtungen mitteilen, bestätigt die Auszeichnung die hohe medizinische Qualität des standortübergreifenden Versorgungsmodells und unterstreicht die strategische Zusammenarbeit beider Häuser.

Die Akkreditierung gilt als internationaler Qualitätsstandard für hämatopoetische Zelltransplantation und Zelltherapie. Sie umfasst die gesamte Versorgungskette – von der Stammzellgewinnung über die Laboraufbereitung bis hin zur Behandlung und Nachsorge. Grundlage war ein mehrjähriger Prüfprozess mit umfassender Dokumentenprüfung sowie einer mehrtägigen Vor-Ort-Inspektion durch eine unabhängige internationale Expertenkommission.

Nach Angaben der beteiligten Kliniken stellt die gemeinsame Zertifizierung einen Meilenstein für die sektorenübergreifende Zusammenarbeit dar. Ziel des Verbunds sei es, universitäre Expertise mit der Versorgungskompetenz eines Maximalversorgers zu bündeln und damit eine flächendeckend hochwertige Versorgung in Sachsen sicherzustellen. „Die erfolgreiche JACIE-Akkreditierung unserer beiden Standorte als gemeinsames Zentrum ist weit mehr als ein formaler Qualitätsbeweis“, erklärte Prof. Martin Bornhäuser vom Universitätsklinikum Dresden. Die Kooperation habe „Referenzcharakter für die moderne Zelltherapie in Deutschland“.

Für das Krankenhausmanagement gewinnt die standortübergreifende Bündelung hochspezialisierter Leistungen zunehmend an Bedeutung – insbesondere vor dem Hintergrund der Krankenhausreform und der Einführung von Leistungsgruppen. Der Verbund Dresden-Chemnitz zeigt exemplarisch, wie durch Kooperationen komplexe Versorgungsangebote gesichert und gleichzeitig Qualitätsanforderungen erfüllt werden können.

Mit jährlich rund 325 Stammzelltransplantationen und Zelltherapien zählt das gemeinsame Zentrum zu den leistungsstarken Einrichtungen in Deutschland. Das Behandlungsspektrum umfasst sowohl autologe als auch allogene Transplantationen sowie moderne Verfahren wie die CAR-T-Zelltherapie. Behandelt werden vor allem Patientinnen und Patienten mit schweren hämatologischen Erkrankungen wie Leukämien, Lymphomen oder multiplem Myelom.

Die Akkreditierung ist zunächst für vier Jahre gültig und dient zugleich als Grundlage für den weiteren Ausbau der onkologischen Versorgungsstrukturen. Perspektivisch planen beide Einrichtungen den Aufbau eines gemeinsamen Comprehensive Cancer Centers, um Forschung und Versorgung noch enger zu verzahnen.

Für die Krankenhauslandschaft verdeutlicht die Entwicklung den Trend hin zu vernetzten Versorgungsstrukturen und spezialisierten Zentren. Gerade im Bereich der Hochleistungsmedizin gelten Kooperationen zunehmend als Schlüssel, um Qualitätsanforderungen zu erfüllen und wirtschaftliche Tragfähigkeit sicherzustellen.

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