Helios führt Bedside-Scanning für Medikamentengabe ein
Closed-Loop-Medication-Management läuft bereits an zwei Kliniken, zwölf weitere befinden sich im Roll-out – bis Ende 2027 sollen rund 80 Helios-Standorte folgen
Helios erweitert sein digitales Medikationsmanagement um einen Barcode-Scan direkt am Patientenbett. Pflegekräfte gleichen dabei Patientenarmband und individuell verpackte Medikamente unmittelbar vor der Verabreichung mit der aktuellen digitalen Verordnung ab. Das Verfahren ist bereits an zwei Kliniken im Einsatz, wird derzeit an zwölf weiteren Standorten eingeführt und soll bis Ende 2027 alle rund 80 Helios-Klinikstandorte in Deutschland erreichen.
Mit dem sogenannten Closed-Loop-Medication-Management (CLMM) soll der Medikationsprozess von der ärztlichen Verordnung bis zur tatsächlichen Gabe digital durchgängig abgebildet werden. Helios kombiniert dafür digitale Verordnung, pharmazeutische Prüfung, patientenindividuelle Unit-Dose-Versorgung und einen neuen Bedside-Scan.
Barcode prüft Patient, Medikament, Dosis und Zeitpunkt
Vor der Medikamentengabe scannt die Pflegekraft am Patientenbett sowohl das Patientenarmband als auch den Barcode auf dem Medikamentenbeutel. Das System gleicht die Daten in Echtzeit mit der aktuellen Verordnung ab.
Geprüft werden Patient, Präparat, Dosierung, Darreichungsform und vorgesehener Einnahmezeitpunkt. Bei einer Abweichung gibt das System einen Hinweis, bevor das Medikament verabreicht wird. Gleichzeitig wird die erfolgte Gabe digital dokumentiert.
Damit schließt Helios nach eigenen Angaben eine bislang bestehende Lücke in der digitalen Prozesskette. Während Verordnung und Vorbereitung bereits elektronisch erfolgen konnten, soll nun auch die unmittelbare Medikamentengabe am Bett digital abgesichert werden.
Unit-Dose bildet Grundlage für geschlossenen Medikationsprozess
Dem Bedside-Scan sind drei weitere Prozessschritte vorgeschaltet. Ärztinnen und Ärzte erfassen die Medikation zunächst digital und verbinden sie mit der Patientenakte. Das System kann dabei unter anderem auf Wechselwirkungen und Doppelverordnungen hinweisen.
Anschließend erfolgt eine pharmazeutische Prüfung der Verordnung, beispielsweise hinsichtlich Dosierung, Nierenfunktion, Wechselwirkungen oder Teilbarkeit eines Präparats.
Die Krankenhausapotheke stellt die Medikamente danach patientenindividuell im Unit-Dose-Verfahren zusammen. Die einzelnen Medikamentenbeutel erhalten einen Barcode, über den beim Bedside-Scan die Verbindung zwischen Verordnung, Patient und tatsächlich bereitgestellter Medikation hergestellt wird.
Besondere Bedeutung sieht Helios bei Patienten, die ihre Medikation selbst nicht zuverlässig überprüfen können, etwa nach Operationen, bei Demenz oder aufgrund von Sprachbarrieren.
Roll-out auf rund 80 Standorte bis Ende 2027
Das vollständige Closed-Loop-Verfahren einschließlich Bedside-Scanning wird nach Unternehmensangaben derzeit in zwei Helios-Kliniken eingesetzt. An zwölf weiteren Kliniken läuft die Einführung.
Bis Ende 2027 sollen rund 80 Helios-Standorte in Deutschland an das System angeschlossen werden. Damit überführt der Klinikkonzern den bislang an einzelnen Standorten eingesetzten Prozess schrittweise in die Breite.




