Green Hospital: SRH Gesundheit verbannt Desfluran aus dem OP
Nachhaltigkeitsstrategie spart jährlich 81 Tonnen CO₂-Äquivalente ein – Fokus auf ökologische Anästhesieverfahren
Die SRH Gesundheit setzt ein deutliches Zeichen für den Umweltschutz im Krankenhausbetrieb. Wie das Unternehmen am 20. Januar 2026 in Heidelberg bekannt gab, verzichten alle zehn Akutkliniken des Verbundes seit Beginn des Jahres nahezu vollständig auf das Anästhesiegas Desfluran. Mit dieser Maßnahme unterstreicht die SRH ihre Ambition, Patientensicherheit und ökologische Verantwortung in der Unternehmensstrategie zu vereinen.
Desfluran gilt in der Anästhesie als massiver Klimabelaster. Aufgrund seiner chemischen Stabilität verbleibt das Gas lange in der Atmosphäre. Laut SRH-Angaben entsprechen die Emissionen einer einzigen Einsatzstunde – je nach Frischgasfluss – einer Autofahrt von bis zu 750 Kilometern. Durch den flächendeckenden Verzicht erwartet der Klinikverbund eine Reduktion der Emissionen um über 81 Tonnen CO₂-Äquivalente pro Jahr.
Der Verzicht führt laut Priv.-Doz. Dr. Falk A. Gonnert, Chefarzt am SRH Waldklinikum Gera, zu keinerlei Qualitätseinbußen. Das medizinische Portfolio bleibt durch den Einsatz etablierter Alternativen wie intravenöser Verfahren oder der Low-Flow-Anästhesie vollständig erhalten. Desfluran wird fortan nur noch für medizinisch zwingende Ausnahmefälle vorgehalten.




