CKU Mitte reduziert Narkosegas-Emissionen im OP deutlich
Anästhesiologie setzt auf klimafreundliche Verfahren und Recycling von Anästhetika bei stabiler Patientensicherheit
Die Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Schmerz- und Notfallmedizin am Christliches Klinikum Unna Mitte hat mehrere Maßnahmen zur Reduktion ihres ökologischen Fußabdrucks im OP umgesetzt. Im Mittelpunkt stehen der Verzicht auf besonders klimaschädliche Narkosegase sowie die Einführung eines Rückgewinnungssystems für Sevofluran. Ziel ist es, Klimaschutz und Patientensicherheit im klinischen Alltag zu verbinden.
Die Diskussion um nachhaltige Strukturen im Gesundheitswesen gewinnt auch im klinischen Alltag zunehmend an Bedeutung. Ein Beispiel hierfür liefert die Klinik für Anästhesiologie, Intensiv-, Schmerz- und Notfallmedizin am Christliches Klinikum Unna Mitte, die ihre Prozesse im Operationsbereich gezielt auf Umweltverträglichkeit ausgerichtet hat.
Ein zentraler Schritt ist der vollständige Verzicht auf die Narkosegase Lachgas und Desfluran. Beide Substanzen gelten als besonders klimaschädlich, da sie ein deutlich höheres Treibhauspotenzial als Kohlendioxid aufweisen. Nach Angaben der Klinik wurden die entsprechenden Versorgungssysteme dauerhaft außer Betrieb genommen und durch alternative Verfahren ersetzt, die als weniger umweltbelastend gelten, ohne die Patientensicherheit zu beeinträchtigen. Ergänzend dazu wurde ein technisches Rückgewinnungssystem für das weiterhin eingesetzte Narkosegas Sevofluran implementiert. Dieses Verfahren ermöglicht es, einen Großteil des eingesetzten Gases aufzufangen und dem Recycling zuzuführen. Dadurch wird der Anteil der Emissionen in die Atmosphäre erheblich reduziert. Gleichzeitig trägt die Maßnahme zu einem effizienteren Umgang mit medizinischen Ressourcen bei.
Neben den Narkosegasen rückt auch der Medikamentenverbrauch stärker in den Fokus der Nachhaltigkeitsstrategie. Insbesondere der Einsatz von Propofol wird kritisch betrachtet, da der Wirkstoff nur langsam in der Umwelt abgebaut wird. Durch Anpassungen in den klinischen Abläufen sowie eine optimierte Dosierung konnte der Verbrauch reduziert werden. Auch Entsorgungsprozesse wurden entsprechend angepasst, um Umweltbelastungen zu minimieren.
Die Klinik versteht diese Maßnahmen als Bestandteil eines umfassenderen Ansatzes, der medizinische Qualität und ökologische Verantwortung miteinander verbindet. Dabei wird betont, dass Patientensicherheit weiterhin oberste Priorität hat und alle Anpassungen nur dort erfolgen, wo keine Einschränkungen der Versorgung entstehen. Die Entwicklung steht exemplarisch für einen wachsenden Trend in der Krankenhausmedizin, Nachhaltigkeit stärker in operative Prozesse zu integrieren. Die Anästhesie gilt dabei als Fachbereich mit relevanten Stellschrauben zur Reduktion von Emissionen im Krankenhausbetrieb.




