GLKN erarbeitet Maßnahmenplan zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit
Landkreis Konstanz stellt 26 Millionen Euro bereit – Verbund muss 10 Millionen Euro selbst einsparen
Für das Jahr 2026 wird eine Liquiditätslücke von 26 Millionen Euro erwartet. Der Landkreis Konstanz – Mehrheitsgesellschafter des Verbundes – sichert in einer aktuellen Mitteilung die Bereitstellung dieser Summe als Liquiditätsrahmen zu. Gleichzeitig verpflichtet sich der GLKN, im kommenden Jahr ein Sanierungsprogramm umzusetzen, das Einsparungen oder Mehreinnahmen in Höhe von 10 Millionen Euro erzielen soll. Ziel ist es, den tatsächlichen Finanzierungsbedarf des Landkreises auf 16 Millionen Euro zu reduzieren.
Strukturelle Ursachen belasten den Verbund
Landrat Zeno Danner, zugleich Aufsichtsratsvorsitzender des GLKN, verweist auf die bundesweit angespannte Lage in der Krankenhausfinanzierung. „Wir erleben in Deutschland derzeit eine strukturelle Schieflage in der Finanzierung der Krankenhäuser“, so Danner. Die Kommunen seien finanziell stark belastet, dennoch halte man am Modell der kommunalen Trägerschaft fest. Der Aufsichtsrat habe daher am 19. November 2025 die Geschäftsführung beauftragt, einen Sanierungsplan auszuarbeiten.
GLKN-Geschäftsführer Bernd Sieber betont den gemeinsamen Kurs: „Wir stehen zu unserer Verantwortung für die Gesundheitsversorgung in der Region – und sind überzeugt von unserer Zukunftsfähigkeit.“ Man müsse nun „durch kluge Entscheidungen die richtigen Weichen für die Zukunft stellen“.
Die Ursachen für den zusätzlichen Finanzierungsbedarf sind vielfältig: Sinkende stationäre Fallzahlen treffen auf unveränderte strukturelle Betriebskosten, während Personal-, Sach- und Energiekosten weiter steigen. Zusätzlich verzögern sich Entscheidungen über Fördermittel des Landes, obwohl diese teilweise seit Längerem beantragt sind. Eine zusätzliche Belastung entsteht durch die Entscheidung des Bundes, den Landesbasisfallwert 2026 zu deckeln, um Krankenkassenbeiträge stabil zu halten. Damit können Krankenhäuser ihre Leistungen nicht wie üblich refinanzieren.
Landkreis sichert Liquidität – GLKN plant Einsparungen
Der vom Landkreis bereitgestellte Liquiditätsrahmen von 26 Millionen Euro soll die Zahlungsfähigkeit des Verbundes sichern. Im Gegenzug verpflichtet sich der GLKN, im Jahr 2026 Maßnahmen zur finanziellen Stabilisierung umzusetzen. Auch sozialverträgliche Personalmaßnahmen werden nicht ausgeschlossen. Entscheidend sei, so die Mitteilung, dass alle Schritte „planbar, sozialverträglich und standortsichernd“ ausgestaltet werden.
Der Prozess wird eng zwischen Geschäftsführung, Landkreis, Betriebsrat und den internen Verantwortlichen abgestimmt. Der fertige Maßnahmenplan soll im Januar im Aufsichtsrat beraten werden.




