Geplante Schließung des Krankenhauses Ebern verdeutlicht Trend: Klinikstandorte ohne stationäre Notfallversorgung gelten als Auslaufmodell in Bayern

Aktionsgruppe kritisiert intransparente Zahlen und warnt vor Versorgungslücken – Förderpolitik des Landes setzt klare Signale gegen Mini-Krankenhäuser

Die nun angekündigte komplette Schließung des stationären Bereichs am Krankenhaus Ebern im Landkreis Haßberge steht beispielhaft für eine bayernweit zu beobachtende Entwicklung: Klinikstandorte ohne stationäre Notfall- und chirurgische Versorgung verlieren zunehmend ihre Zukunftsfähigkeit – auch in der staatlichen Förderkulisse.

Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern äußert scharfe Kritik an der Intransparenz der Fallzahlen und der Abwicklung des Klinikstandorts. Nach Darstellung des Klinikverbunds seien für 2023 lediglich 250 stationäre Fälle dokumentiert worden – was einer Auslastung von nur 8,65 % entspreche. Laut offiziellem Qualitätsbericht 2023 jedoch habe die Klinik 1.195 stationäre Fälle behandelt – rechnerisch eine Auslastung von 34,75 %.

Die Aktionsgruppe betont, dass mit dem Rückzug aus der Chirurgie und dem Verzicht auf eine stationäre Notfallversorgung der Klinikstandort Ebern aus der Förderfähigkeit gemäß den Regularien des Freistaats Bayern gefallen sei. Zitat aus dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit: „Nur Standorte, deren medizinisches Angebot und deren Bedarfsnotwendigkeit für die akutstationäre Versorgung absehbar nicht in Frage steht, werden in die Bauprogramme aufgenommen.“

Auch das Sonderprogramm zur Förderung ländlicher Kliniken im Rahmen der Krankenhausreform des Bundes – dotiert mit 100 Millionen Euro bis 2028 – greife nur für Einrichtungen mit realen Zukunftsperspektiven, struktureller Relevanz und basisstationärer Versorgung.

Mit der geplanten Schließung werde nun 7.995 Einwohnern im Raum Ebern eine stationäre klinische Versorgung innerhalb von 30 Minuten Fahrzeit entzogen, warnt die Aktionsgruppe. Stattdessen droht dem Standort nach aktuellem Stand die Umwandlung in eine sektorenübergreifende Einrichtung mit pflegerischer Leitung, sporadischer ärztlicher Präsenz und ohne stationäre Notfallkapazitäten.