Fresenius eröffnet Innovationszentrum für Medizinische Ernährung in Bad Homburg
Neuer Forschungsstandort soll Entwicklung ernährungsmedizinischer Therapien beschleunigen und Innovationskraft stärken
Der Gesundheitskonzern Fresenius hat am Stammsitz in Bad Homburg ein neues Innovationszentrum für Medizinische Ernährung eröffnet. Mit der Investition baut das Unternehmen seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten im Bereich der enteralen und parenteralen Ernährung weiter aus. Nach Angaben des Unternehmens sollen moderne Labor- und IT-Infrastrukturen die Entwicklung neuer Produkte beschleunigen und die Zusammenarbeit verschiedener Fachbereiche intensivieren.
Das neue Innovationszentrum vereint künftig rund 100 Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen an einem Standort. Ziel ist es, wissenschaftliche Forschung, Produktentwicklung und operative Prozesse enger miteinander zu verzahnen. Nach Angaben von Fresenius sollen dadurch Innovationen schneller in marktfähige Lösungen für die Patientenversorgung überführt werden.
Bei der Eröffnung betonte Sara Hennicken, Finanzvorständin von Fresenius und Gastgeberin der Veranstaltung, die strategische Bedeutung des Projekts. Das neue Zentrum stärke die wissenschaftliche Arbeit am Standort Bad Homburg und fördere die interdisziplinäre Zusammenarbeit. Gleichzeitig unterstreiche die Investition das langfristige Engagement des Unternehmens für Forschung und Entwicklung im Bereich der Medizinischen Ernährung.
Ein Schwerpunkt der künftigen Forschungsarbeit liegt auf der Weiterentwicklung enteraler Ernährungslösungen für Patientinnen und Patienten mit besonderen Ernährungsbedürfnissen. Medizinische Ernährung spielt insbesondere bei kritisch und chronisch erkrankten Menschen eine wichtige Rolle. Studien zeigen, dass Mangelernährung den Behandlungserfolg beeinträchtigen, Krankenhausaufenthalte verlängern und die Lebensqualität der Betroffenen reduzieren kann.
Darüber hinaus arbeitet Fresenius an automatisierten Pumpsystemen zur Herstellung individueller parenteraler Ernährungslösungen. Diese Technologien sollen eine patientenspezifische Zusammenstellung von Mikro- und Makronährstoffen ermöglichen und gleichzeitig manuelle Arbeitsschritte reduzieren. Nach Unternehmensangaben können dadurch Effizienz und Versorgungsqualität verbessert werden.
Das Innovationszentrum ist Teil der laufenden Unternehmensstrategie „Rejuvenate“ sowie der langfristigen Ausrichtung „#FutureFresenius“. In den vergangenen Jahren investierte Fresenius nach eigenen Angaben mehr als 50 Millionen Euro in den Standort Bad Homburg. Mit dem neuen Zentrum verfolgt das Unternehmen das Ziel, Forschungskapazitäten auszubauen und die Entwicklung innovativer Therapieansätze voranzutreiben.
An der Eröffnungsfeier nahmen Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik teil. Neben Sara Hennicken waren unter anderem Pierluigi Antonelli, CEO von Fresenius Kabi, Dr. Marc-Alexander Mahl, President Pharma, Nutrition and Sustainability, sowie Bad Homburgs Oberbürgermeister Alexander Hetjes anwesend. Die Beteiligten hoben die Bedeutung des Standorts für Forschung, Innovation und Gesundheitswirtschaft hervor.
Aus Sicht des Gesundheitswesens gewinnt die medizinische Ernährung zunehmend an Bedeutung. Insbesondere vor dem Hintergrund einer alternden Bevölkerung und steigender Anforderungen an die Versorgung chronisch kranker Menschen könnten innovative Ernährungstherapien künftig eine noch größere Rolle in der klinischen Versorgung einnehmen.




