Flugfeldklinikum wird teurer – Umzug erst 2029 abgeschlossen
Landkreis Böblingen erhöht Kostenschätzung auf 850 Millionen Euro – Insolvenz eines Planungsbüros verzögert Fertigstellung des Klinikneubaus
Der Neubau des Flugfeldklinikums im Landkreis Böblingen wird teurer und verzögert sich weiter. Nach Angaben des Landkreises steigen die geschätzten Projektkosten von bislang 802 auf rund 850 Millionen Euro. Die bauliche Fertigstellung ist nun für das dritte Quartal 2028 vorgesehen, während die anschließende Inbetriebnahme und der Umzug der Krankenhäuser Böblingen und Sindelfingen erst im zweiten Quartal 2029 abgeschlossen sein sollen.
Landrat Roland Bernhard hat am 3. November 2026 im Planungs- und Bauausschuss über die aktuelle Kosten- und Terminplanung des Flugfeldklinikums informiert. Die bisherige Kostenplanung von 802 Millionen Euro kann demnach nicht eingehalten werden. Nach einer aktuellen groben Schätzung belaufen sich die Projektkosten inzwischen auf rund 850 Millionen Euro. Dies entspricht einer Steigerung um 48 Millionen Euro beziehungsweise knapp sechs Prozent gegenüber dem bisherigen Budget.
Nach Angaben der Projektgeschäftsführung umfasst die Schätzung sämtliche Kostenbestandteile des Klinikprojekts vom Grundstückserwerb bis zur Inbetriebnahme. Eine abschließende Kostenberechnung liegt allerdings noch nicht vor. Insbesondere aufgrund veränderter Bauabläufe stehen endgültige Kostenangaben einzelner ausführender Unternehmen weiterhin aus.
Die derzeit erwarteten Mehrkosten werden nach Angaben des Landkreises zunächst über bestehende Projektreserven finanziert. Im Wirtschaftsplan für 2027 mussten deshalb bislang keine zusätzlichen Mittel berücksichtigt werden.
Insolvenz eines Planungsbüros verzögert Bauablauf
Als wesentlichen Grund für die Verzögerungen nennt der Landkreis die Insolvenz eines wichtigen Planungsbüros für die technische Gebäudeausrüstung. Betroffen waren insbesondere die Gewerke Heizung, Kälte, Lüftung und Sanitär. Um einen vollständigen Baustopp zu verhindern, musste die Reihenfolge der Bauarbeiten verändert werden. Seither erfolgt die weitere Planung und Ausführung von den oberen Geschossen in Richtung Untergeschoss.
Gerade dort befinden sich zentrale Technikräume und Leitungstrassen, die für den späteren Klinikbetrieb notwendig sind. Nach Angaben von Projektgeschäftsführer Harald Schäfer mussten zahlreiche Leitungswege und technische Verbindungen erneut überprüft und teilweise angepasst werden.
Die daraus entstandenen Verzögerungen wirkten sich auch auf die Terminplanung der ausführenden Unternehmen aus.
Inbetriebnahme und Klinikverlagerung bis 2029
Nach dem aktualisierten Zeitplan soll das Flugfeldklinikum im dritten Quartal 2028 baulich fertiggestellt werden. Anschließend folgt die Inbetriebnahme des Neubaus mit der Prüfung und Inbetriebsetzung der technischen Anlagen sowie der schrittweisen Verlagerung der bisherigen Krankenhausstandorte Böblingen und Sindelfingen. Dieser Prozess soll nach gegenwärtiger Planung im zweiten Quartal 2029 abgeschlossen sein.
Mit dem Flugfeldklinikum entsteht ein zentraler neuer Krankenhausstandort des Klinikverbunds Südwest. Der Neubau soll die bisher getrennten Versorgungsstrukturen der beiden Krankenhäuser zusammenführen und die stationäre Versorgung im Landkreis langfristig sichern.
Wie der Landkreis Böblingen mitteilt, wird weiterhin daran gearbeitet, die zeitlichen und finanziellen Auswirkungen der Bauverzögerungen zu begrenzen. Ein verbindlicher abschließender Kostenrahmen lässt sich derzeit jedoch noch nicht beziffern.







