Alb-Donau-Klinikum erwartet 8,7 Millionen Euro Defizit
Kreistag bewilligt zusätzlich 3,9 Millionen Euro – höhere Personal-, Honorar- und Sachkosten belasten Krankenhausgesellschaft
Die wirtschaftliche Lage der Krankenhaus GmbH Alb-Donau-Kreis hat sich im laufenden Jahr deutlich verschlechtert. Statt des ursprünglich eingeplanten Fehlbetrags von 4,8 Millionen Euro erwartet der kommunale Krankenhausträger für 2026 inzwischen einen Verlust von rund 8,7 Millionen Euro. Der Kreistag hat deshalb am 19. Oktober 2026 zusätzliche 3,9 Millionen Euro zur Verlustdeckung und Liquiditätssicherung bewilligt. Damit steigt der Finanzierungsbedarf gegenüber der ursprünglichen Haushaltsplanung um rund 81 Prozent.
Wie die Südwest Presse berichtet, fiel der Beschluss im Kreistag nahezu einstimmig. Der Landkreis ist aufgrund der bestehenden gesellschaftsvertraglichen Regelungen verpflichtet, die Fehlbeträge der Krankenhaus GmbH auszugleichen. Die ursprünglich eingeplanten 4,8 Millionen Euro waren bereits in Form von Abschlagszahlungen bereitgestellt worden.
Höherer Personalbedarf und Fremdpersonal treiben Kosten
Als wesentliche Ursachen für die verschlechterte Ergebnisprognose nennt die Kreisverwaltung gestiegene Personalaufwendungen und höhere Sachkosten.
Nach Angaben von Verena Bicker vom Amt für Finanzen fallen insbesondere ein höherer Personalbedarf und gestiegene durchschnittliche Personalkosten ins Gewicht. Hinzu kommen der Einsatz von Fremdpersonal in der Pflege sowie höhere Honorarkosten, beispielsweise im Bereich der Radiologie. Auch zusätzliche Beratungsaufwendungen belasten das Ergebnis. Zwar konnte die Krankenhausgesellschaft ihre Erlöse gegenüber der ursprünglichen Planung ebenfalls steigern. Die zusätzlichen Einnahmen reichen jedoch nicht aus, um den Kostenanstieg vollständig auszugleichen. Die jetzt bewilligte überplanmäßige Aufwendung soll sicherstellen, dass der Landkreis seiner Verpflichtung zum Verlustausgleich nachkommen und die Zahlungsfähigkeit der Krankenhausgesellschaft abgesichert werden kann. (1)
Kreishaushalt verschlechtert sich auf 6,3 Millionen Euro Defizit
Die zusätzliche Belastung wirkt sich unmittelbar auf den Haushalt des Alb-Donau-Kreises aus. Ursprünglich war für 2026 ein negatives ordentliches Ergebnis von rund 2,7 Millionen Euro vorgesehen. Nach einer Hochrechnung mit Stand August wird inzwischen ein Fehlbetrag von rund 6,3 Millionen Euro erwartet.
Damit fällt das prognostizierte Haushaltsdefizit des Landkreises um rund 3,6 Millionen Euro höher aus als geplant. Der Fehlbetrag soll aus vorhandenen Rücklagen ausgeglichen werden.
Bereits bei der Einbringung des Haushalts 2026 hatte Landrat Heiner Scheffold vor den begrenzten finanziellen Spielräumen gewarnt. Der Landkreis rechnete damit, dass die vorhandenen Rücklagen und Liquiditätsreserven bis Ende des Jahres weitgehend aufgebraucht sein würden.
Der ursprünglich eingeplante Klinikzuschuss von 4,8 Millionen Euro war damals noch als niedrigster Wert seit 2019 hervorgehoben worden. Die nun erforderliche Aufstockung verdeutlicht, wie stark die laufenden Krankenhauskosten die kommunale Haushaltsplanung beeinflussen können. (2)
Parallel zur laufenden Verlustfinanzierung bereitet der Alb-Donau-Kreis den Neubau des Alb-Donau Klinikums in Ehingen vor. Das Gesamtvolumen des Projekts beträgt rund 370 Millionen Euro. Nach der bisherigen Finanzierungsplanung soll das Land Baden-Württemberg rund 222 Millionen Euro übernehmen. Auf den Landkreis entfällt voraussichtlich ein Anteil von rund 148 Millionen Euro. Der Neubau ist Bestandteil der langfristigen Neuordnung der Krankenhausversorgung im Alb-Donau-Kreis. Mit der Konzentration medizinischer Leistungen und dem Aufbau moderner Versorgungsstrukturen sollen die Voraussetzungen für eine wirtschaftlich und medizinisch tragfähige stationäre Versorgung verbessert werden.







