Ermittlungen gegen sieben Mitarbeiter des Bereitschaftsdienstes Bremen-Mitte
Gefälschte Rezepte im Bereitschaftsdienst Bremen Mitte: KV Bremen stellt Strafanzeige – Ermittlungen und organisatorische Maßnahmen eingeleitet
In der Bereitschaftsdienstpraxis der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Bremen am Standort St. Joseph-Stift (Bereitschaftsdienst Bremen Mitte) laufen derzeit umfangreiche Ermittlungen wegen des Verdachts auf Ausstellung gefälschter Rezepte. Die KV hat auf Basis eigener Feststellungen Strafanzeige gestellt. Infolge der Ermittlungen kann es laut KV zu kurzfristigen Einschränkungen in der Patientenversorgung kommen.
„Wir können aktuell noch nicht sagen, ob bzw. inwiefern die Versorgung von Patienten […] eingeschränkt wird. Unser Anliegen ist, die Beeinträchtigung so gering wie möglich zu halten“, erklärten die KV-Vorstände Dr. Bernhard Rochell und Peter Kurt Josenhans.
Der Verdacht richtet sich gegen mehrere Mitarbeitende des Bereitschaftsdienstes Mitte. In enger Abstimmung mit dem Landeskriminalamt Bremen hat die KV nicht nur Hausdurchsuchungen im dienstlichen und privaten Umfeld der Verdächtigen ermöglicht, sondern auch eine interne Arbeitsgruppe zur Aufarbeitung eingesetzt. Weitere Angaben zum laufenden Verfahren werden derzeit aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und zur Sicherung des Ermittlungsverfahrens nicht gemacht.
Die übrigen KV-Bereitschaftsdienste in Bremen und Bremerhaven sind nicht betroffen. Die KV betont ausdrücklich, dass die Vorwürfe den Dienst am Standort St. Joseph-Stift betreffen, der organisatorisch nicht Teil des Krankenhauses, sondern durch die KV betrieben wird. Es werde alles unternommen, um die Versorgung auch an diesem Standort möglichst lückenlos aufrechtzuerhalten.
„Es gilt die Unschuldsvermutung“, mahnt die KV-Führung und warnt vor voreiligen Schlüssen. Der Fall werfe jedoch ein ernstes Licht auf den Missbrauch medizinischer Infrastruktur, insbesondere bei hochpreisigen Medikamenten wie Abnehmspritzen, die zunehmend Ziel von Rezeptbetrug sind.




