Dreiland-Klinikum Lörrach: Überarbeiteter Bauplan berücksichtigt neue Anforderungen und steigende Kosten

18 Millionen Euro Mehrkosten – Fokus auf Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Versorgungssicherheit

Lörrach – Die Kliniken des Landkreises Lörrach gehen mit einem überarbeiteten Bauplan in die finale Phase des Neubaus des Dreiland-Klinikums. Das Projekt wird um 18 Millionen Euro teurer als bislang veranschlagt. Gründe dafür sind Bauzeitverlängerungen in den Gewerken Trockenbau, Innenausbau und technische Gebäudeausrüstung sowie Anpassungen an die aktualisierte Medizinstrategie.

Ziel bleibt, die bislang auf vier Standorte verteilte stationäre Versorgung an einem zentralen Standort zu bündeln. Das Konzept „Lörracher Weg 2.0“ sieht seit 2015 die Schaffung interdisziplinärer, sektorenübergreifender Versorgungsstrukturen vor. Die aktuelle Plananpassung reagiert auf veränderte Rahmenbedingungen, darunter den medizinischen Fortschritt, zunehmende Ambulantisierung und neue gesetzliche Sicherheitsstandards für kritische Infrastrukturen (KRITIS).

„Die Nachjustierung bedeutet nicht nur eine Anpassung an gesetzliche Anforderungen, sondern eine qualitative Weiterentwicklung der medizinischen Versorgung“, erklärt Geschäftsführer Udo Lavendel. Dazu gehören etwa neue Konzepte in der Altersmedizin, eine Special Care Unit Demenz sowie Erweiterungen in Notaufnahme, OP-Bereich und Palliativstation.

Die Digitalstrategie macht das Dreiland-Klinikum zu einem „Krankenhaus 4.0“: Mit 1.400 WLAN-Access-Points, KI-gestützter Diagnostik und einer digitalen Vernetzung von Patienten, Klinik und niedergelassenen Ärzten entsteht eine vollständig vernetzte Infrastruktur.

Auch ökologisch setzt der Neubau Maßstäbe. Durch den Einsatz von Erdwärme und moderne Technik konnte der Verbrauch fossiler Energien auf rund ein Prozent reduziert werden. Der Direktor für Facility Management, Thomas Schumacher, betont: „Wir schaffen Redundanzen für alle betriebskritischen Anlagen und erhöhen die Ausfallsicherheit.“

Die Investitionskosten liegen bei derzeit 450 Millionen Euro. Mit rund 660.000 Euro pro Bett zählt das Klinikum laut Lavendel zu den wirtschaftlichsten Klinikneubauten Deutschlands. Zum Vergleich: In Baden-Württemberg liegen die Kosten vergleichbarer Projekte bei 800.000 bis über 1.000.000 Euro pro Bett. Die Eröffnung ist für Anfang 2027 geplant.