Diakonie-Krankenhaus Wehrda erhält alle Leistungsgruppen
Hessen bestätigt bisheriges Versorgungsangebot einschließlich Endoprothetik, Wirbelsäulenchirurgie und komplexer Intensivmedizin
Das DGD Diakonie-Krankenhaus Wehrda in Marburg hat im Rahmen der hessischen Krankenhausplanung sämtliche beantragten Leistungsgruppen erhalten. Damit kann das Krankenhaus nach Angaben des Trägers sein bisheriges medizinisches Leistungsspektrum fortführen. Die Zuweisungen umfassen neben der Grundversorgung auch spezialisierte Eingriffe der Orthopädie und Unfallchirurgie sowie die komplexe Intensivmedizin.
Geschäftsführer Sebastian Spies wertet die Entscheidung des Hessischen Gesundheitsministeriums als wichtige Bestätigung der strategischen Ausrichtung des Standorts. Die Zuweisungen schaffen aus Sicht der Klinikleitung Planungssicherheit für die Weiterentwicklung des medizinischen Angebots und die langfristige Personalplanung.
Endoprothetik, Geriatrie und Intensivmedizin bleiben erhalten
Die Klinik erhielt die Leistungsgruppen für Allgemeine Innere Medizin, Allgemeine Chirurgie, Knie- und Hüftendoprothetik einschließlich Revisionsoperationen, Wirbelsäuleneingriffe, Geriatrie und komplexe Intensivmedizin. Auch die Notaufnahme soll weiterhin Bestandteil der regionalen Notfallversorgung im Landkreis Marburg-Biedenkopf bleiben.
Besonders relevant ist die Zuweisung der orthopädischen Leistungsgruppen. Hessen konzentriert im Zuge der Krankenhausreform bestimmte planbare Eingriffe auf weniger Krankenhausstandorte. Die Zahl der Kliniken, die künftig Knieendoprothetik anbieten sollen, reduziert sich nach Angaben des Gesundheitsministeriums von 66 auf 50. Das Diakonie-Krankenhaus Wehrda zählt weiterhin zu den berücksichtigten Einrichtungen.
Die Klinik hatte sich bereits in den vergangenen Jahren auf die neuen Anforderungen vorbereitet und ihr medizinisches Profil entsprechend weiterentwickelt. Dazu gehörte die Neubesetzung von fünf Chefarztpositionen im Jahr 2024. Mit der damaligen personellen Neuaufstellung stärkte das Krankenhaus insbesondere die Geriatrie, die Akut- und Notfallmedizin sowie die chirurgischen und internistischen Fachbereiche.
Zur strukturellen Vorbereitung gehörte außerdem die Aufgabe der interventionellen Kardiologie. In diesem Bereich arbeitet das Diakonie-Krankenhaus inzwischen mit dem Universitätsklinikum Marburg zusammen. Spies sieht solche Kooperationen als wichtigen Bestandteil einer stärker abgestimmten regionalen Krankenhausversorgung.
Kritik an höheren MD-Prüfquoten ab 2027
Trotz der positiven Planungsentscheidung warnt die Krankenhausleitung vor zusätzlichen wirtschaftlichen Belastungen. Insbesondere die Änderungen durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz könnten nach Einschätzung von Spies die Finanzierung der Krankenhäuser erschweren.
Im Mittelpunkt seiner Kritik stehen die ab 2027 vorgesehenen höheren Prüfquoten des Medizinischen Dienstes. Der Geschäftsführer befürchtet dadurch zusätzlichen Verwaltungsaufwand und finanzielle Risiken bei der Krankenhausabrechnung.
Spies kritisiert vor allem den Zeitpunkt der gesetzlichen Änderungen. Die Krankenhäuser müssten ihre neuen Leistungsgruppen und Versorgungsstrukturen zunächst organisatorisch und wirtschaftlich umsetzen. Zusätzliche Belastungen durch ausgeweitete MD-Prüfungen könnten diesen Prozess erschweren.
Die Zuweisung aller beantragten Leistungsgruppen bewertet der Träger dennoch als wesentliche Grundlage für die zukünftige Entwicklung des Diakonie-Krankenhauses Wehrda.




