DIAKO Bremen plant 60-Millionen-Euro-Neubau
Integriertes Notfallzentrum und ambulante Strukturen sollen Gesundheitsstandort Bremen-West stärken
Das DIAKO Krankenhaus Bremen plant Investitionen von rund 60 Millionen Euro in einen viergeschossigen Neubau am Standort Oslebshauser Heerstraße. Vorgesehen sind unter anderem der Ausbau der Zentralen Notaufnahme zu einem sektorübergreifenden Notfallzentrum, die Neuordnung des ambulanten Operierens sowie Flächen für weitere medizinische Partner und Ausbildung. Für die Umsetzung setzt das Krankenhaus auf Fördermittel und ein klares Bekenntnis des Landes Bremen zum Standort.
Das DIAKO Krankenhaus Bremen will seinen Standort im Bremer Westen umfassend weiterentwickeln. Mit einem Investitionsvolumen von rund 60 Millionen Euro soll bis 2030 ein Neubau entstehen, der stationäre und ambulante Versorgung, Ausbildung sowie die Zusammenarbeit mit weiteren Leistungserbringern stärker miteinander verbindet. Ein Schwerpunkt des Projekts ist die Erweiterung der Zentralen Notaufnahme zu einem sektorübergreifenden Notfallzentrum. Zudem soll das Ambulante OP-Zentrum neu strukturiert werden. Weitere Flächen sind für Kooperationspartner aus dem niedergelassenen Bereich sowie für Ausbildungsangebote vorgesehen.
Mit der Investition reagiert das DIAKO nach eigenen Angaben auf die veränderten gesundheitspolitischen Rahmenbedingungen. Krankenhaus- und Notfallreform stellen neue Anforderungen an Spezialisierung, Leistungsstrukturen und die Verzahnung zwischen ambulanten und stationären Angeboten.
Neubau soll auch Krisenresilienz verbessern
Neben neuen Versorgungsstrukturen soll der Neubau die Krisenresilienz des Klinikstandorts erhöhen. Bei der Planung sollen bauliche und infrastrukturelle Voraussetzungen für besondere Krisen- und Notfallsituationen von Beginn an berücksichtigt werden.
„Wir wollen bewusst in die Zukunft unseres Standorts investieren“, erklärt Geschäftsführer Thomas Kruse. Mit dem Neubau wolle das DIAKO Voraussetzungen schaffen, um moderne medizinische Angebote sektorübergreifend weiterzuentwickeln und die Versorgung im Bremer Westen langfristig zu sichern. Die Standortentwicklung hat bereits begonnen. Die Abrissarbeiten starteten im Mai 2025. Die Fertigstellung des viergeschossigen Neubaus ist für 2030 vorgesehen. Auch auf Versorgungsebene wurden bereits neue Strukturen geschaffen. Mitte 2025 gründete das DIAKO ein Medizinisches Versorgungszentrum, um die hausärztliche Versorgung im Bremer Westen zu unterstützen. Zudem wurde ein Ersteinschätzungsverfahren etabliert, mit dem Patienten der jeweils geeigneten Versorgungsstufe zugeordnet werden sollen. Diese Strukturen sollen nach den Plänen des Krankenhauses perspektivisch in einem Integrierten Notfallzentrum (INZ) zusammengeführt werden.
DIAKO fordert Finanzierungssicherheit vom Land Bremen
Entscheidend für die Umsetzung des 60-Millionen-Euro-Projekts ist allerdings die Finanzierung. Das DIAKO sieht grundsätzlich Möglichkeiten einer öffentlichen Förderung, insbesondere über den Krankenhaustransformationsfonds. Nach Angaben des Krankenhauses wurde bereits vor rund einem Jahr ein entsprechender Antrag gestellt.
Von der Bremer Gesundheitsbehörde und dem Land erwartet das DIAKO deshalb ein klares Bekenntnis zum Standort sowie Planungs- und Finanzierungssicherheit.
Geschäftsführer Kruse warnt davor, dass sich das Vorhaben ohne ausreichende Unterstützung auf unbestimmte Zeit verschieben könnte. Gerade vor dem Hintergrund der laufenden Krankenhaus- und Notfallreformen sei die Investition aus Sicht des DIAKO notwendig, um die Versorgung im Bremer Westen zukunftsfähig auszurichten.
Das Projekt verbindet damit mehrere zentrale Entwicklungen der aktuellen Krankenhausplanung: die stärkere Ambulantisierung, die sektorenübergreifende Notfallversorgung, Kooperationen mit niedergelassenen Leistungserbringern und eine bauliche Infrastruktur, die auch auf Krisensituationen vorbereitet sein soll.




