Bayern investiert 481 Millionen Euro in Krankenhausbau

Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 umfasst 105 Projekte – Großvorhaben in Nürnberg, Neumarkt und Wasserburg starten früher

Bayern stellt 2026 rund 481 Millionen Euro für mehr als 100 Krankenhausbauprojekte bereit. Durch die Aufstockung der Fördermittel für Krankenhausinvestitionen auf insgesamt 900 Millionen Euro können zudem drei größere Vorhaben in Nürnberg, Neumarkt in der Oberpfalz und Wasserburg am Inn ein Jahr früher als geplant finanziert werden.

Der Freistaat Bayern setzt sein Investitionsprogramm für die Krankenhausinfrastruktur fort. Das jetzt freigegebene Jahreskrankenhausbauprogramm 2026 umfasst insgesamt 105 laufende Einzelmaßnahmen mit einem Gesamtkostenvolumen von rund 4,6 Milliarden Euro.

Für die Bauvorhaben stehen im laufenden Jahr rund 481 Millionen Euro zur Verfügung. Nach Angaben von Gesundheitsministerin Judith Gerlach und Finanzminister Albert Füracker entspricht dies einem Anstieg um fast acht Prozent gegenüber 2025.

Gerlach betonte, dass moderne bauliche und funktionale Strukturen eine wesentliche Voraussetzung für eine leistungsfähige Krankenhausversorgung sowohl in Ballungsräumen als auch in ländlichen Regionen seien.

Krankenhausförderung steigt auf 900 Millionen Euro

Insgesamt hat Bayern den Förderetat für Krankenhausinvestitionen 2026 um 100 Millionen Euro auf 900 Millionen Euro erhöht. Die zusätzlichen Mittel stammen aus dem Sondervermögen Infrastruktur und Klimaneutralität.

Neben den Mitteln für die im Jahreskrankenhausbauprogramm enthaltenen Projekte werden aus dem Förderetat auch Jahrespauschalen finanziert. Diese können Krankenhausträger für kleinere Investitionsmaßnahmen einsetzen.

Die zusätzlichen Mittel schaffen zugleich Spielraum, um drei größere Krankenhausprojekte früher als bislang vorgesehen in die Finanzierung aufzunehmen. Für diese Vorhaben sind allein 2026 rund 18 Millionen Euro eingeplant.

Drei Klinikprojekte werden vorgezogen

Am Klinikum Nürnberg, Betriebsstätte Süd, sollen ergänzende Baumaßnahmen für die derzeit entstehende Kinderklinik sowie für die physikalische Therapie gefördert werden.

Beim Klinikum Neumarkt betrifft die Förderung insbesondere die Erweiterung des Notfallzentrums und die Verlagerung des Herzkatheterlabors.

Das kbo-Inn-Salzach-Klinikum Wasserburg erhält Unterstützung für den Neubau eines weiteren Pflegegebäudes. Die Finanzierung der drei Vorhaben kann damit jeweils ein Jahr früher beginnen als ursprünglich geplant.

Gesundheitsministerin Gerlach sieht die Schwerpunkte des Bauprogramms in der Modernisierung von Untersuchungs- und Behandlungseinrichtungen, zeitgemäßen patientenorientierten Pflegebereichen sowie Verbesserungen betriebsorganisatorischer Abläufe.

Investitionen sollen Klinikstrukturen modernisieren

Mit dem Bauprogramm verfolgt Bayern das Ziel, die baulichen Voraussetzungen der stationären Versorgung an veränderte medizinische und organisatorische Anforderungen anzupassen.

Die Investitionen betreffen damit nicht ausschließlich neue Gebäude. Auch die Modernisierung bestehender Funktionsbereiche, die Optimierung klinischer Prozesse sowie eine zeitgemäße technische und räumliche Ausstattung gehören zu den Förderschwerpunkten.

Füracker verwies zudem auf die Auswirkungen der Investitionen auf die Arbeitsbedingungen in den Krankenhäusern. Moderne Gebäude und Funktionsbereiche sollen nicht nur Patienten zugutekommen, sondern auch die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften, Ärzten und weiteren Klinikbeschäftigten verbessern.