Delirprävention: Naturmotive auf Intensivstation
Helios Kliniken Mittelweser setzen auf Umfeldgestaltung zur Reduktion von Verwirrtheitszuständen
Die Helios Kliniken Mittelweser haben auf ihrer Intensivstation neue Maßnahmen zur Delirprävention umgesetzt. Wie das Unternehmen mitteilt, sollen großflächige Landschaftsmotive auf Glasflächen die Orientierung und das Wohlbefinden von Patientinnen und Patienten verbessern. Die Initiative geht vom pflegerischen Team aus und adressiert ein häufiges Risiko im intensivmedizinischen Alltag.
Mit einer vergleichsweise einfachen, aber gezielten Maßnahme reagieren die Helios Kliniken Mittelweser auf ein zentrales Problem der Intensivmedizin: das Auftreten von Delirien. Auf der Intensivstation wurden spiegelnde Glasscheiben zwischen den Patientenzimmern durch großflächige Landschaftsmotive ersetzt. Ziel ist es, visuelle Reize zu reduzieren und eine ruhigere Umgebung für schwerkranke Patientinnen und Patienten zu schaffen.
Ausgangspunkt der Initiative war die Beobachtung des pflegerischen Teams, dass die zuvor vorhandenen spiegelnden Flächen bei Patientinnen und Patienten zu Irritationen führen konnten. Reflexionen wurden teilweise als reale Bewegungen wahrgenommen, was insbesondere bei ohnehin vulnerablen Personen zusätzliche Verunsicherung auslöste. Vor diesem Hintergrund wurde eine alternative Gestaltung entwickelt, die sowohl funktionale als auch psychologische Aspekte berücksichtigt.
Die nun angebrachten Motive zeigen Naturdarstellungen wie Strand, Wald, Berge oder Heidelandschaften. Diese verhindern nicht nur störende Spiegelungen, sondern tragen auch zu einer visuell beruhigenden Umgebung bei. Für das Krankenhausmanagement zeigt dieses Beispiel, wie durch vergleichsweise geringe Investitionen die Versorgungsqualität und Patientensicherheit verbessert werden können.
Ein Delir stellt auf Intensivstationen eine häufige und klinisch relevante Komplikation dar. Es handelt sich um einen akuten Verwirrtheitszustand, der unter anderem durch schwere Erkrankungen, Medikamente, Schlafmangel oder die ungewohnte Umgebung ausgelöst werden kann. Die Symptome reichen von Desorientierung bis hin zu Halluzinationen und können den Genesungsverlauf erheblich beeinträchtigen. Besonders betroffen sind ältere Patientinnen und Patienten sowie Personen mit kognitiven Vorerkrankungen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt die Delirprävention zunehmend an Bedeutung. Neben pharmakologischen Ansätzen spielen nichtmedikamentöse Maßnahmen eine zentrale Rolle. Dazu zählen unter anderem eine strukturierte Tagesgestaltung, frühzeitige Mobilisation, gezielte Kommunikation sowie die Einbindung von Angehörigen. Die Gestaltung der Umgebung wird dabei als wichtiger Faktor für Orientierung und Sicherheit angesehen.
Die Initiative in den Helios Kliniken Mittelweser verdeutlicht, wie praxisnahe Lösungen aus dem Stationsalltag heraus entwickelt werden können. Für Klinikleitungen und Entscheidungsträger bietet das Beispiel einen Ansatzpunkt, um bestehende Strukturen kritisch zu hinterfragen und gezielt zu optimieren. Gerade in Zeiten steigender Qualitätsanforderungen und knapper Ressourcen können solche Maßnahmen einen Beitrag zur Verbesserung der Patientenversorgung leisten.





