Vernetzte Versorgung: KRH baut konzernweite Urologie auf

Drei Standorte, eine medizinische und kaufmännische Leitung: Das Klinikum Region Hannover bündelt seine urologischen Kompetenzen und will damit wohnortnahe Versorgung und Spezialisierung stärker miteinander verbinden.

Das KRH Klinikum Region Hannover baut zum 1. Juli 2026 eine konzernweite Urologie an drei Standorten auf. Die Kliniken in Gehrden, Siloah und Großburgwedel sollen künftig unter einer gemeinsamen medizinischen und kaufmännischen Leitung zusammenarbeiten. Mit der neuen Struktur will der kommunale Klinikverbund seine Medizinstrategie 2030 umsetzen und die urologische Versorgung in der Region stärker vernetzen. Nach Angaben des KRH werden in der neuen Konzernurologie mehr als 8.000 stationäre Patientinnen und Patienten pro Jahr behandelt.

Mit dem Aufbau der Konzernurologie reagiert das KRH nach eigenen Angaben auf die zunehmende Spezialisierung in der Medizin und die Einführung von Leistungsgruppen. Medizinische Versorgungsangebote sollen künftig stärker fachgebietsbezogen und weniger isoliert nach einzelnen Krankenhausstandorten organisiert werden.

„Wir müssen weg von isolierten standortbezogenen Versorgungsangeboten hin zu vernetzten und übergreifend gesteuerten Einheiten, um die Versorgungsqualität flächendeckend auch für die Zukunft zu sichern“, erklärt Dr. Matthias Bracht, Geschäftsführer Medizin des KRH.

Die neue Struktur soll den Leitgedanken der Medizinstrategie 2030 unterstützen: „So wohnortnah wie möglich und so speziell wie nötig“. Während die Grundversorgung möglichst nah am Wohnort der Patientinnen und Patienten angeboten werden soll, sollen komplexe Behandlungen stärker an spezialisierten Standorten gebündelt werden.

Die Urologie der Standorte Gehrden und Siloah war bereits in den vergangenen Jahren enger zusammengewachsen. Über die Fachgruppe Urologie erfolgte zudem eine zunehmende Vernetzung mit dem KRH Klinikum Großburgwedel. Mit der nun etablierten Konzernstruktur wird diese Zusammenarbeit organisatorisch weiter vertieft.

Prof. Alexandre Pelzer übernimmt Leitung der Konzernurologie

Die medizinische Verantwortung für die neue standortübergreifende Struktur übernimmt Prof. Dr. Alexandre Pelzer. Er ist bereits Chefarzt der Urologien am KRH Klinikum Siloah und am KRH Klinikum Robert Koch in Gehrden und übernimmt zusätzlich die Position des Chefarztes für den Standort Großburgwedel sowie des Ärztlichen Direktors der neuen Konzernurologie.

Pelzer sieht in der Neuorganisation einen wichtigen Schritt für die Gesundheitsversorgung in der Region Hannover. Die Urologie sei aufgrund der technologischen Entwicklung und der erwarteten steigenden Fallzahlen besonders für eine standortübergreifende Organisation geeignet. Mit mehr als 8.000 stationären Patientinnen und Patienten jährlich sei die KRH-Konzernurologie bereits heute ein bedeutender urologischer Versorger.

Die kaufmännische Leitung der neuen Struktur übernimmt PD Dr. Tim Kaufeld zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben als Geschäftsführender und Ärztlicher Direktor des KRH Klinikums Großburgwedel.

Robotische Chirurgie soll an drei Standorten verfügbar werden

Eine wichtige Rolle innerhalb der neuen Konzernurologie spielt die robotergestützte Chirurgie. Das sogenannte Da-Vinci-System kommt bereits an den Standorten Gehrden und Siloah zum Einsatz. Im Zuge der Neustrukturierung ist auch für Großburgwedel die Einführung eines Operationsroboters vorgesehen.

Damit soll die Konzernurologie künftig über drei robotische Operationssysteme verfügen. Besonders bei urologischen Krebsoperationen werden robotergestützte Verfahren eingesetzt, beispielsweise bei Eingriffen an Prostata, Niere oder Blase. Ziel ist es, erkranktes Gewebe präzise zu entfernen und dabei möglichst viele Funktionen und gesundes Gewebe zu erhalten.

Nach Angaben des KRH verfügt die Urologie bereits über sechs speziell ausgebildete und für Da-Vinci-Systeme zertifizierte Operateurinnen und Operateure. Die vorhandene Expertise soll die Ausweitung der robotischen Chirurgie auf den Standort Großburgwedel unterstützen.

Neuorganisation folgt strategischer Entwicklung

Die konzernweite Urologie ist Teil einer Entwicklung, die innerhalb des KRH bereits über medizinische Fachgruppen vorbereitet wurde. Mit der neuen Struktur geht der Klinikverbund nun einen weiteren Schritt hin zu einer stärker zentral gesteuerten und standortübergreifenden Organisation einzelner medizinischer Fachgebiete.

Der bisherige Chefarzt der Klinik für Urologie am KRH Klinikum Großburgwedel, Dr. Joachim Stein, ist zum 30. Juni 2026 in den Ruhestand gegangen. Er hatte gemeinsam mit Prof. Dr. Alexandre Pelzer die engere Zusammenarbeit der drei urologischen Kliniken vorangetrieben und damit nach Angaben des KRH wichtige Grundlagen für die heutige Konzernstruktur geschaffen.

Die Neuorganisation der Urologie zeigt zugleich, wie sich Krankenhausstrukturen angesichts zunehmender Spezialisierung, neuer Leistungsgruppen und technologischer Entwicklungen verändern. Statt medizinische Angebote ausschließlich einzelnen Standorten zuzuordnen, setzen Klinikverbünde zunehmend auf fachbezogene Netzwerke und gemeinsame Strukturen. Das KRH will mit der Konzernurologie nach eigenen Angaben die wohnortnahe Versorgung mit einer stärkeren Spezialisierung und Bündelung komplexer Leistungen verbinden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert