Land fördert Zentralklinikum Vechta mit 132 Millionen Euro

Niedersachsen bewilligt erste Bauphase für Zusammenlegung der Krankenhäuser Vechta und Lohne

Das Land Niedersachsen hat den Weg für das geplante Zentralklinikum im Landkreis Vechta freigemacht. Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi übergab den Förderbescheid für die erste Bauphase der Zusammenlegung des St.-Marienhospitals Vechta und des St.-Franziskus-Hospitals Lohne am Standort Vechta. Für den ersten Bauabschnitt stellt das Land 132 Millionen Euro bereit und übernimmt damit die förderfähigen Kosten vollständig.

Nach einer rund zwölfmonatigen Vorbereitungsphase soll der eigentliche Baubeginn erfolgen. Die erste Bauphase wird voraussichtlich etwa fünf Jahre dauern und ermöglicht anschließend die Integration des Krankenhauses Lohne in den Neubau.

Erste Bauphase vollständig finanziert

Mit dem Förderbescheid erreicht das seit mehreren Jahren vorbereitete Vorhaben einen entscheidenden Meilenstein. Die erste Bauphase gilt als Kernstück des Projekts, da sie die baulichen Voraussetzungen für die Zusammenführung beider Krankenhausstandorte schafft.

Gesundheitsminister Dr. Andreas Philippi bezeichnete die Förderung als wichtigen Schritt für die medizinische Versorgung im Oldenburger Münsterland. Die Mittel aus dem Transformationsfonds seien passgenau für das Projekt und würden die langfristige Sicherung einer leistungsfähigen Krankenhausversorgung ermöglichen.

Ulrich Pelster, Vorstand der Schwester-Euthymia-Stiftung (SES), hob hervor, dass das Niedersächsische Gesundheitsministerium sämtliche Förderzusagen eingehalten habe. Zugleich würdigte er die Unterstützung durch das Niedersächsische Landesamt für Bau und Liegenschaften, die Kostenträger, den Landkreis Vechta, die Stadt Vechta sowie weitere Projektbeteiligte.

Zentralklinikum als Antwort auf die Krankenhausreform

Die Zusammenlegung der beiden Krankenhäuser ist Bestandteil des regionalen Versorgungskonzeptes der Schwester-Euthymia-Stiftung. Durch die Bündelung medizinischer Leistungen sollen Versorgungsangebote langfristig gesichert und gleichzeitig die Anforderungen der Krankenhausreform sowie der künftigen Leistungsgruppen erfüllt werden.

Das Gesamtprojekt ist in drei Bauphasen gegliedert und umfasst Investitionen von rund 300 Millionen Euro. Die gesamte Bauzeit wird auf zehn bis zwölf Jahre geschätzt.

Nach Abschluss der ersten Bauphase wird das Krankenhaus Lohne in den Standort Vechta integriert. Für den bisherigen Standort Lohne wurde bereits ein Nachnutzungskonzept entwickelt. Vorgesehen sind dort unter anderem geriatrische Rehabilitation, ambulantes Operieren sowie ambulante und stationäre orthopädische Rehabilitation. Auch das Bildungs- und Simulationszentrum bleibt in Lohne erhalten.

Langjährige Planung abgeschlossen

Dem Förderbescheid ging ein mehrjähriger Planungsprozess voraus. Der erste Förderantrag wurde bereits 2019 gestellt. Im Rahmen der Standortsuche wurde geprüft, ob sich am Standort Vechta ein modernes Zentralklinikum realisieren lässt.

Eine wesentliche Voraussetzung war die Möglichkeit, den Krankenhauscampus teilweise auf Flächen der benachbarten Liebfrauenschule zu erweitern. Das Bischöflich Münstersche Offizialat unterstützte diese Lösung und schuf damit die Grundlage für die nun geplante Umsetzung.

Auch die Auswahl des architektonischen Konzepts erfolgte gemeinsam mit Vertretern des Landes, des Niedersächsischen Landesamtes für Bau und Liegenschaften sowie kommunalen Vertretern. Den Wettbewerb gewann eine Arbeitsgemeinschaft der Architekturbüros GSP Gerlach Schneider und Partner (Bremen) sowie Gortemaker Algra Feenstra (Rotterdam).

Region sieht Zukunft der Krankenhausversorgung gestärkt

Vertreter der Schwester-Euthymia-Stiftung, der beiden Krankenhäuser sowie der kommunalen Politik bewerten den Förderbescheid als historisches Signal für die Region. Neben der langfristigen Sicherung der stationären Versorgung soll das neue Zentralklinikum die medizinische Infrastruktur des Oldenburger Münsterlandes stärken und die regionale Zusammenarbeit weiter ausbauen.

Landrat Tobias Gerdesmeyer und Vechtas Bürgermeister Kristian Kater betonten, dass das Projekt einen wichtigen Beitrag zur Zukunftssicherung der Gesundheitsversorgung im Landkreis leisten werde. Gleichzeitig verwiesen die Mitarbeitervertretungen der beiden Krankenhäuser darauf, dass neben dem Neubau auch die wirtschaftlichen Herausforderungen durch aktuelle gesetzliche Sparmaßnahmen bewältigt werden müssten.

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