BG Kliniken und UKE planen Milliardenprojekt für Hamburgs Traumaversorgung

Kooperation umfasst Neubauten in Eppendorf und Bergedorf sowie Investitionen von mehr als 1,2 Milliarden Euro

Die BG Kliniken und das Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) wollen ihre Zusammenarbeit deutlich ausbauen. Mit der Unterzeichnung von Absichtserklärungen (Letters of Intent) haben die Partner den Weg für eine vertiefte Planung zweier großer Neubauprojekte geebnet. Ziel ist es, die Versorgung von Schwer- und Schwerstverletzten zu stärken, den Gesundheitsstandort Bergedorf weiterzuentwickeln und die Gesundheitsversorgung in Hamburg langfristig zukunftsfähig aufzustellen.

Kern des Vorhabens ist ein geplanter Neubau des BG Klinikums Hamburg auf dem UKE-Campus in Hamburg-Eppendorf. Die neue Einrichtung soll eng mit einem ebenfalls geplanten Erweiterungsbau des UKE verzahnt werden. Vorgesehen ist eine Klinik mit mehr als 350 Betten, die insbesondere die Akut- und Notfallversorgung, Unfallchirurgie, Orthopädie, plastische Chirurgie sowie die Versorgung Schwerbrandverletzter bündelt. Ergänzend sollen integrierte Rehabilitationsangebote geschaffen werden. Forschung, Lehre und Weiterbildung sollen ebenfalls ausgebaut werden.

Parallel dazu bleibt der bisherige Standort des BG Klinikums in Hamburg-Bergedorf erhalten und wird durch einen Neubau weiterentwickelt. Dort sollen künftig die Versorgung von Menschen mit Rückenmarksverletzungen, die fachübergreifende Frührehabilitation sowie ambulante und notfallmedizinische Angebote konzentriert werden. Geplant sind unter anderem ein Medizinisches Versorgungszentrum, eine integrierte Notfallambulanz, ein ambulantes OP-Zentrum sowie kindertraumatologische und sportmedizinische Angebote. Das Luftrettungszentrum und die Rettungswache sollen ebenfalls am Standort verbleiben.

Nach Angaben der Projektpartner wollen die BG Kliniken insgesamt mehr als 1,2 Milliarden Euro an beiden Hamburger Standorten investieren. Die Finanzierung erfolgt über die gesetzliche Unfallversicherung. Gleichzeitig soll die Gesundheitsversorgung im Hamburger Osten gestärkt werden. Das UKE plant ergänzend den Ausbau ambulanter Angebote in der Region. Auch die Weiterentwicklung anderer Versorgungseinrichtungen, darunter die Zentrale Notaufnahme des Bethesda Krankenhauses Bergedorf, ist vorgesehen.

Aus Sicht der Beteiligten greift das Vorhaben zentrale Ziele der Krankenhausreform auf. Durch die stärkere Vernetzung universitärer Spitzenmedizin mit hochspezialisierter Unfallversorgung sollen Synergien entstehen, die sowohl die Versorgungsqualität als auch die Effizienz verbessern. Gleichzeitig sollen moderne Infrastruktur, Spezialisierung und interdisziplinäre Zusammenarbeit den Herausforderungen des demografischen Wandels und steigender Anforderungen im Gesundheitswesen begegnen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert