Bayern startet 9-Milliarden-Euro-Bauprogramm für Unikliniken
Kabinett beschließt Neubauten in München, Würzburg und Augsburg für Hochschulmedizin
Der bayerische Ministerrat hat am 23. Juni 2026 ein umfangreiches Bauprogramm für die Universitätskliniken in Augsburg, München-Großhadern und Würzburg beschlossen. Nach Angaben des Wissenschaftsministeriums umfasst das Vorhaben Investitionen von rund 9 Milliarden Euro und gilt als das bislang größte Klinikbauprogramm in der Geschichte des Freistaats. Ziel ist der Ausbau der Spitzenmedizin sowie die Modernisierung zentraler Versorgungsstrukturen.
Mit dem aktuellen Kabinettsbeschluss stellt der Freistaat Bayern die Weichen für ein umfassendes Investitionsprogramm in der Universitätsmedizin. Nach Angaben von Wissenschaftsminister Markus Blume sollen an den Standorten München-Großhadern, Würzburg und Augsburg mehrere Neubau- und Entwicklungsprojekte umgesetzt werden, die die Krankenhauslandschaft der Hochschulmedizin langfristig prägen sollen.
Das Gesamtvolumen der vorgesehenen Investitionen wird mit rund 9 Milliarden Euro angegeben. Die Maßnahmen sollen schrittweise realisiert werden und umfassen sowohl Neubauten als auch langfristig angelegte Bauabschnitte. Nach Darstellung des Ministeriums handelt es sich um hochkomplexe Infrastrukturprojekte, die Forschung, Lehre und Patientenversorgung gleichermaßen betreffen.
Für das LMU-Klinikum München-Großhadern wurde der erste Bauabschnitt mit einer Fläche von rund 69.000 Quadratmetern beschlossen. Vorgesehen sind unter anderem Kapazitäten für etwa 600 Betten sowie zentrale medizinische Einrichtungen wie ein Herz-Lungen-Gefäßzentrum und ein Onkologisches Zentrum. Die Umsetzung soll nach dem Modell eines Totalunternehmers erfolgen, vorbehaltlich der Zustimmung des Haushaltsausschusses des Bayerischen Landtags.
Auch für das Universitätsklinikum Würzburg wurde ein Neubau beschlossen. Dort sollen auf rund 30.000 Quadratmetern neue Strukturen für die HNO- und Augenheilkunde sowie die Frauenheilkunde entstehen. Geplant sind unter anderem mehrere hundert Betten sowie moderne OP-Kapazitäten. Zusätzlich ist eine bauliche Auslegung für Krisensituationen vorgesehen: Teile der Infrastruktur sollen im Ernstfall als erweiterte Behandlungs- und Intensivkapazitäten genutzt werden können, einschließlich zusätzlicher OP- und Intensivplätze.
Für das Universitätsklinikum Augsburg wurde ebenfalls der nächste Planungs- und Realisierungsschritt eingeleitet. Nach früheren Beschlüssen zur Neubauentscheidung anstelle einer Sanierung des Bestandsgebäudes sollen nun die vertiefte Planung sowie ein Architektenwettbewerb folgen. Das Projekt umfasst eine Nutzfläche von rund 125.000 Quadratmetern und soll über ein öffentlich-privates Kooperationsmodell umgesetzt werden.
Nach Angaben des Ministeriums handelt es sich bei den drei Vorhaben um parallel gestartete Großprojekte, die die Leistungsfähigkeit der Universitätsmedizin in Bayern langfristig sichern und ausbauen sollen. Die Universitätskliniken im Freistaat behandeln jährlich mehrere Hunderttausend stationäre und Millionen ambulante Patientinnen und Patienten und nehmen zugleich eine zentrale Rolle in der medizinischen Ausbildung und Forschung ein.
Die Bauprogramme sollen dabei nicht nur die medizinische Versorgung modernisieren, sondern auch strukturelle Anpassungen an zukünftige Anforderungen der Krankenhaus- und Hochschulmedizin ermöglichen. Dazu zählen unter anderem flexiblere Raumkonzepte, stärkere interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie die Integration krisenresilienter Infrastruktur.




