Ameos fordert 4,2 Millionen Euro von Landrat persönlich
Streit um Klinikverkauf im Salzlandkreis erreicht neue Eskalationsstufe
Der langjährige Rechtsstreit zwischen dem Klinikbetreiber Ameos und dem Salzlandkreis hat eine neue Dimension erreicht. Wie der MDR berichtet, fordere Ameos vom Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer, persönlich rund 4,2 Millionen Euro Schadenersatz. Der Konzern begründet die Forderung mit dem Vorwurf einer „vorsätzlichen sittenwidrigen Schädigung“. Der Landrat weist die Vorwürfe zurück und spricht von einem möglichen Einschüchterungsversuch.
Der Klinikbetreiber äußerte sich laut MDR nicht zu den konkreten Hintergründen der Forderung und verwies auf vertraglich vereinbarte Verschwiegenheitsregelungen. Hintergrund des Konflikts ist ein seit Jahren andauernder Rechtsstreit zwischen Ameos und dem Salzlandkreis über den Verkauf der Krankenhäuser in Bernburg, Aschersleben und Schönebeck.
Der Landkreis hatte die Kliniken im Jahr 2012 aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten an Ameos veräußert. Während ein erster Kaufpreisanteil gezahlt wurde, blieb eine weitere vertraglich vereinbarte Zahlung zwischen den Parteien umstritten. Nach Angaben des MDR stehen dem Landkreis aus dem damaligen Kaufvertrag noch knapp vier Millionen Euro zu. Durch aufgelaufene Zinsen sei die Forderung mittlerweile auf mehr als sechs Millionen Euro angewachsen. Die Ansprüche des Landkreises seien bereits in mehreren gerichtlichen Instanzen bis hin zum Bundesgerichtshof bestätigt worden.
Die Kreisverwaltung bewertet die nun gegen den Landrat gerichtete Forderung als unbegründet. Aus Sicht des Landkreises habe Bauer zu keinem Zeitpunkt als Privatperson mit Ameos in Verbindung gestanden.




