Millionenstreit: Salzlandkreis vollstreckt gegen Ameos-Konzern
Zwangsvollstreckung über sechs Millionen Euro eingeleitet – Zukunft der stationären Versorgung in Sachsen-Anhalt unklar
Der langjährige Rechtsstreit um den Verkauf der Salzlandkliniken erreicht eine neue Eskalationsstufe: Landrat Marcus Bauer (SPD) hat die Zwangsvollstreckung gegen den Schweizer Klinik-Konzern Ameos eingeleitet. Wie der MDR unter Berufung auf den Salzlandkreis berichtet, geht es um Forderungen in Höhe von insgesamt mehr als sechs Millionen Euro. Der Konzern, der im Landkreis Standorte in Aschersleben, Bernburg, Schönebeck und Staßfurt betreibt, war der wiederholten Aufforderung zur Zahlung zuletzt nicht nachgekommen.
Der Konflikt zwischen dem Salzlandkreis und Ameos reicht bis zum Verkauf der Salzlandkliniken im Jahr 2011 zurück. Bestandteil des Kaufvertrags war eine zweite Kaufpreisrate, deren Höhe sich an der wirtschaftlichen Entwicklung im Verkaufsjahr orientieren sollte. Über die konkrete Berechnung dieser Rate besteht seit Jahren Uneinigkeit.
Parallel läuft ein gerichtliches Verfahren, auf das sich Ameos beruft. Das Unternehmen stellt die Forderungen nicht explizit in Abrede, verweist jedoch auf die noch nicht abgeschlossene rechtliche Klärung. In der Landespolitik wächst unterdessen die Sorge, dass der eskalierende Konflikt Auswirkungen auf die medizinische Versorgung haben könnte. Ameos betreibt sämtliche Krankenhäuser im Salzlandkreis und ist damit zentraler Versorger in der Region. Der Konzern selbst betont, dass die Versorgung an allen Standorten weiterhin uneingeschränkt gewährleistet sei.




