DigitalRadar 2026: Krankenhäuser steigern digitalen Reifegrad deutlich

DKG sieht Erfolg des Krankenhauszukunftsgesetzes und fordert nachhaltige Finanzierung der Digitalisierung

Die Digitalisierung deutscher Krankenhäuser hat in den vergangenen Jahren deutlich an Fahrt aufgenommen. Nach den Ergebnissen des DigitalRadar 2026 stieg der durchschnittliche digitale Reifegrad der Kliniken von 33,3 Punkten im Jahr 2021 auf 55,0 Punkte. Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) wertet die Entwicklung als Beleg für die Wirksamkeit des Krankenhauszukunftsgesetzes (KHZG), warnt jedoch vor ungelösten Finanzierungsfragen im laufenden Betrieb.

Die dritte Erhebung des DigitalRadar zeigt eine deutliche Verbesserung der digitalen Reife deutscher Krankenhäuser. Gegenüber der ersten Messung im Jahr 2021 erhöhte sich der durchschnittliche Reifegrad um mehr als 20 Punkte. Allein seit der vorherigen Erhebung im Jahr 2024 legten die Kliniken nochmals um 12,6 Punkte zu.

Aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft belegen die Ergebnisse, dass die Investitionen aus dem Krankenhauszukunftsgesetz sowie die Anstrengungen der Krankenhäuser messbare Erfolge erzielt haben. Die positiven Entwicklungen seien über sämtliche Versorgungsstufen hinweg sichtbar. Besonders bemerkenswert sei, dass auch kleinere Krankenhäuser ihre digitalen Strukturen deutlich ausbauen konnten.

Die Digitalisierung umfasst dabei zahlreiche Bereiche der Patientenversorgung und Krankenhausorganisation, darunter digitale Dokumentationsprozesse, klinische Informationssysteme, Patientenportale sowie die elektronische Kommunikation zwischen Leistungserbringern.

Die DKG sieht in den Ergebnissen eine Bestätigung der Förderstrategie des Krankenhauszukunftsgesetzes. Die bereitgestellten Investitionsmittel hätten dazu beigetragen, digitale Infrastruktur aufzubauen und Prozesse in den Kliniken zu modernisieren.

Nach Auffassung der stellvertretenden DKG-Vorstandsvorsitzenden Prof. Dr. Henriette Neumeyer zeigt der DigitalRadar, dass positive finanzielle Anreize die digitale Transformation wirksam unterstützen können. Die Förderprogramme hätten die Digitalisierung in den Krankenhäusern spürbar beschleunigt und strukturelle Verbesserungen ermöglicht.

Für das Krankenhausmanagement sind die Ergebnisse auch deshalb von Bedeutung, weil digitale Anwendungen zunehmend eine Voraussetzung für effiziente Versorgungsprozesse, sektorenübergreifende Zusammenarbeit und den Umgang mit Fachkräfteengpässen darstellen.

Betriebskosten bleiben zentrale Herausforderung

Trotz der Fortschritte warnt die DKG vor einer strukturellen Finanzierungslücke. Während die Anschaffung digitaler Systeme vielfach über Förderprogramme unterstützt wurde, fehle weiterhin eine nachhaltige Finanzierung der laufenden Betriebskosten. Dazu zählen unter anderem Softwarepflege, IT-Sicherheit, Systemwartung, Schulungen sowie kontinuierliche Weiterentwicklungen digitaler Anwendungen. Ohne verlässliche Refinanzierung bestehe die Gefahr, dass die erreichten Fortschritte langfristig nicht gesichert werden können.

Aus Sicht der Krankenhausgesellschaft endet Digitalisierung nicht mit der Einführung technischer Systeme. Vielmehr handele es sich um einen dauerhaften Transformationsprozess, der kontinuierliche Investitionen und stabile Finanzierungsstrukturen erfordere.

Kritik an geplanten Digitalisierungsabschlägen

Vor dem Hintergrund der gestiegenen digitalen Reifegrade erneuert die DKG ihre Kritik an den vorgesehenen Digitalisierungsabschlägen. Diese sehen Vergütungsminderungen von bis zu zwei Prozent je Behandlungsfall vor, wenn Krankenhäuser bestimmte digitale Anwendungen nicht bereitstellen.

Nach Auffassung der Krankenhausgesellschaft sind solche Abschlagsregelungen angesichts der erreichten Fortschritte nicht mehr zeitgemäß. Statt zusätzlicher Sanktionen brauche es verlässliche Rahmenbedingungen und eine dauerhafte Finanzierung des digitalen Betriebs.

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