Cyberangriff auf Charité: Kontaktdaten gestohlen

Berliner Universitätsmedizin bestätigt Datenabfluss bei Mitarbeitenden, Studierenden und externen Kontakten – Patientenversorgung nicht beeinträchtigt

Die Charité – Universitätsmedizin Berlin ist Opfer eines Cyberangriffs geworden. Unbekannte verschafften sich Zugriff auf einen Webserver und entwendeten personenbezogene Kontaktdaten von Mitarbeitenden, Studierenden und externen Personen. Darunter befinden sich auch Patientinnen und Patienten, die über das Online-Kontaktformular der Klinik beispielsweise einen Termin angefragt hatten. Die medizinische Versorgung blieb nach Angaben der Charité uneingeschränkt gewährleistet.

Wie die Universitätsmedizin am 30. Oktober 2026 mitteilte, wurden bei der Untersuchung des Sicherheitsvorfalls unberechtigte Zugriffe auf personenbezogene Informationen festgestellt. Betroffen sind nach bisherigen Angaben insbesondere Namen, E-Mail-Adressen und gegebenenfalls Organisationszugehörigkeiten. Sensible medizinische Behandlungsdaten seien nicht abgeflossen.

Nach Bekanntwerden des Angriffs leitete die Charité umgehend Sicherheitsmaßnahmen ein. Die betroffenen Server wurden isoliert und vom Netz genommen. Der für den Angriff genutzte Zugangsweg konnte nach Angaben eines Kliniksprechers identifiziert und geschlossen werden.

Die Charité hat ihre Schutzmaßnahmen verstärkt, Strafanzeige erstattet und steht mit den zuständigen Aufsichts- und Ermittlungsbehörden im Austausch. Betroffene Personen sollen individuell informiert werden.

Bislang liegen nach Angaben der Klinik keine Hinweise vor, dass die entwendeten Daten veröffentlicht oder missbräuchlich verwendet wurden. Die Betroffenen werden dennoch zu besonderer Vorsicht bei unerwarteten Kontaktversuchen aufgefordert.

Die Charité betont ausdrücklich, dass der Cyberangriff nicht mit der zuvor bekannt gewordenen PHP-Sicherheitslücke zusammenhängt.

Wegen dieser Schwachstelle hatte die Universitätsmedizin am 21. Oktober vorsorglich ihre Internetangebote abgeschaltet. Auch weitere deutsche Universitätskliniken hatten zeitweise ihre Webseiten vom Netz genommen, um mögliche Angriffe auf verwundbare Webserver zu verhindern.