Asklepios Kliniken Hamburg führen Closed Loop Medication Management ein

Digitale Medikationssteuerung soll Arzneimittelprozess im Krankenhaus vollständig absichern

Die Asklepios Kliniken Hamburg setzen künftig auf eine umfassend digitalisierte Medikationssteuerung im Rahmen eines sogenannten Closed Loop Medication Managements (CLMM). Grundlage ist die Software „M-Medikation“ der Meierhofer AG, die den gesamten klinischen Medikationsprozess von der ärztlichen Verordnung bis zur Applikation am Patientenbett digital abbildet und miteinander verknüpft.

Die Lösung wird nach Unternehmensangaben bereits im Klinikverbund eingesetzt und soll insbesondere in dem komplexen und als Hochrisikobereich geltenden Medikationsprozess für mehr Sicherheit, Transparenz und Standardisierung sorgen. Ziel ist eine durchgängige digitale Prozesskette, in der Verordnung, Prüfung, Apotheke, Kommissionierung und Gabe eng miteinander verbunden sind.

Im Zentrum steht die digitale ärztliche Verordnung, die durch automatisierte Medikationschecks unterstützt wird. Diese prüfen unter anderem auf Allergien, Wechselwirkungen, Kontraindikationen sowie auf patientenindividuelle Besonderheiten wie Nieren- oder Leberinsuffizienz. Ergänzt wird das System durch hinterlegte Arzneimitteldatenbanken, die therapeutische Entscheidungen unterstützen sollen. Ein wesentlicher Bestandteil des Systems ist die enge Anbindung der Krankenhausapotheke. Diese übernimmt in Hamburg die Versorgung mehrerer Kliniken und arbeitet mit Unit-Dose-Systemen sowie automatisierten Kommissionierprozessen. Die digitale Lösung bildet dabei die Grundlage für eine standardisierte Arzneimittelbereitstellung und -dokumentation bis hin zur materialwirtschaftlichen Weiterverarbeitung. Auch im Pflegebereich wird die Anwendung als strukturelle Weiterentwicklung der Medikationsprozesse beschrieben. Digitale Stelllisten, visuelle Medikationsinformationen sowie Scan- und Dokumentationsprozesse sollen die Nachvollziehbarkeit der Arzneimittelgabe erhöhen und gleichzeitig Arbeitsabläufe vereinfachen. Änderungen in der Medikation werden dabei systemseitig sichtbar gemacht und in den Prozess integriert.

Nach Angaben des Bundesverbandes Deutscher Krankenhausapotheker (ADKA) gilt das Closed Loop Medication Management als strategisches Ziel zur Verbesserung der Arzneimitteltherapiesicherheit im Krankenhaus. Die Einführung entsprechender Systeme wird daher als Beitrag zur systematischen Qualitätssicherung im Medikationsprozess verstanden.

Die Meierhofer AG verweist zudem auf technische Eigenschaften wie Cloud-Fähigkeit, containerisierte Architektur und modulare Updates, die eine Aktualisierung ohne Unterbrechung des Klinikbetriebs ermöglichen sollen. Damit soll die Integration in bestehende Krankenhausinformationssysteme erleichtert werden.

Mit der Einführung der Lösung in den Asklepios Kliniken Hamburg wird die zunehmende Digitalisierung des Medikationsprozesses in deutschen Krankenhäusern weiter vorangetrieben. Im Fokus steht dabei die stärkere Vernetzung von ärztlichem Dienst, Pflege und Krankenhausapotheke innerhalb eines durchgängig digital gesteuerten Arzneimittelprozesses.

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