Klinikum Osnabrück modernisiert Rohrpost für schnellere Abläufe
500 Meter Leitungssystem transportieren täglich Proben und Medikamente
Das Klinikum Osnabrück GmbH setzt auch im digitalen Zeitalter auf ein modernes Rohrpostsystem. Über eine rund 500 Meter lange Leitungsstrecke werden täglich mehrere hundert Transportkapseln mit Laborproben, Medikamenten, Blutkonserven und weiteren Materialien durch das Krankenhaus befördert. Nach einer Modernisierung wurde zuletzt auch der ambulante Operationssaal an das System angeschlossen.
Im Klinikalltag spielt Zeit eine zentrale Rolle. Laborproben müssen schnell ins Labor gelangen, Medikamente und Blutprodukte zuverlässig an ihren Bestimmungsort transportiert werden. Das Rohrpostsystem des Klinikums Osnabrück übernimmt dabei einen Teil der internen Logistik und verbindet wichtige medizinische Bereiche direkt miteinander.
Die transparenten Transportkapseln bewegen sich durch ein weit verzweigtes Leitungssystem, das in den Wänden des Klinikgebäudes verläuft. Nach Angaben des Klinikums werden die Kapseln mithilfe von Über- und Unterdruck durch die Röhren transportiert. An den jeweiligen Stationen können sie in das System eingelegt und automatisch an das zuvor programmierte Ziel geschickt werden.
Das System erreicht bei bestimmten Transporten Geschwindigkeiten von bis zu 2,5 Metern pro Sekunde. Das entspricht etwa neun Kilometern pro Stunde. Bei Laborproben wird aus Sicherheitsgründen auf diese Geschwindigkeit begrenzt. Leere Transportkapseln können hingegen deutlich schneller durch die Leitungen bewegt werden.
Modernisierung erweitert Einsatzmöglichkeiten
Das Klinikum hat seine Rohrpostanlage im vergangenen Jahr modernisiert und dabei auch den ambulanten Operationssaal an das System angeschlossen. Zum Einsatz kommt nun ein 16 Zentimeter breites Rohrpostsystem mit einer Gesamtstrecke von rund 500 Metern.
Nach Angaben des Klinikums werden täglich mehrere hundert Kapseln transportiert. Besonders in den Morgenstunden ist das System stark ausgelastet. Zu dieser Zeit werden vor allem verpackte Laborproben aus den verschiedenen Bereichen des Krankenhauses an das Labor geschickt.
Neben Laborproben transportiert die Rohrpost unter anderem Medikamente, Blutkonserven, Sterilgüter und Dokumente. Bei Blutprodukten gelten besondere Anforderungen an den Transport. Die Geschwindigkeit und die Art des Transports müssen dabei so gewählt werden, dass die empfindlichen Inhalte sicher befördert werden.
Die technische Infrastruktur ist nach Angaben des Klinikums zugleich störungsarm. Sollte dennoch eine Transportkapsel im Leitungssystem stecken bleiben, stehen Revisionsschächte zur Verfügung, über die das System gewartet werden kann.
Interne Logistik wird zum Faktor für Prozesseffizienz
Für das Klinikmanagement ist die Rohrpost ein Beispiel dafür, wie technische Infrastruktur unmittelbar zur Prozessoptimierung beitragen kann. Durch den automatisierten Transport entfallen zahlreiche manuelle Wege, die ansonsten von Mitarbeitenden übernommen werden müssten. Dadurch können Beschäftigte stärker für ihre eigentlichen Aufgaben eingesetzt werden.
Gerade bei zeitkritischen Prozessen wie der Labordiagnostik oder der Versorgung mit Blutprodukten kann eine schnelle interne Logistik dazu beitragen, Abläufe zu beschleunigen. Gleichzeitig müssen solche Systeme in die klinischen Prozesse integriert und hinsichtlich Sicherheit, Hygiene und Transportgütern klar geregelt werden.
Das Klinikum Osnabrück sieht die Rohrpost daher auch künftig als wichtigen Bestandteil seiner Infrastruktur. Die Verbindung zentraler medizinischer Bereiche über ein automatisiertes Transportsystem soll dazu beitragen, Wegezeiten zu reduzieren, das Personal zu entlasten und eine schnelle sowie zuverlässige Patientenversorgung zu unterstützen.




