NRW investiert 200 Millionen Euro in KI-Krebsforschung

Sieben Universitätsklinika bilden AI4CancerCure.NRW – KI soll Prävention, Diagnostik und Entwicklung neuer Krebstherapien beschleunigen

Nordrhein-Westfalen investiert 200 Millionen Euro in das neue Forschungsnetzwerk AI4CancerCure.NRW. Sieben Universitätsklinika sollen gemeinsam mit der TU Dortmund ihre Kompetenzen in Onkologie, Künstlicher Intelligenz und datengetriebener Medizin bündeln. Ziel sind unter anderem neue Krebstherapeutika sowie verbesserte Verfahren für Prävention, Früherkennung und personalisierte Behandlung.

An dem landesweiten Netzwerk beteiligen sich die Universitätsklinika in Aachen, Bochum, Bonn, Düsseldorf, Essen, Köln und Münster sowie die TU Dortmund. Die Förderung stammt aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan für gute Infrastruktur.

Ein zentraler Bestandteil von AI4CancerCure.NRW ist der Aufbau einer gemeinsamen digitalen Forschungsinfrastruktur. Die beteiligten Standorte sollen über Hochgeschwindigkeitsdatenleitungen und aufeinander abgestimmte Datenbanken miteinander verbunden werden. Damit sollen Forschungsdaten und KI-Algorithmen standortübergreifend genutzt werden können.

Sicherer Datenraum für die Universitätsmedizin

Das Netzwerk soll nach Angaben des Landes insbesondere Krebsbiologie, datengetriebenes Wirkstoffdesign, bild- und datenbasierte Diagnostik sowie die Entwicklung von Medizinprodukten miteinander verzahnen. Dafür ist ein sicherer Datenraum vorgesehen.

KI soll beispielsweise biologische Zielstrukturen für neue Arzneimittel identifizieren und damit die Entwicklung und klinische Prüfung neuer Wirkstoffe beschleunigen. Darüber hinaus sollen Algorithmen individuelle Erkrankungsrisiken berechnen und dadurch personalisierte Präventions- und Früherkennungsstrategien unterstützen.

Auch Bildgebung und Diagnostik sollen von der gemeinsamen Datenbasis profitieren. Langfristig erwartet das Land präzisere Verlaufsprognosen und stärker personalisierte Therapien. Patienten sollen zudem strukturell in die Forschungsarbeit eingebunden werden.

Neben den technischen und medizinischen Fragestellungen ist eine ethisch-rechtliche Begleitung des Netzwerks vorgesehen.

Forschungsverbund soll Transfer in die Versorgung beschleunigen

Koordiniert wird das Konsortium von Prof. Michael Hallek vom Universitätsklinikum Köln. Neben der wissenschaftlichen Vernetzung verfolgt AI4CancerCure.NRW ausdrücklich einen Transferansatz. Forschungsergebnisse sollen möglichst schnell in Produkte, Unternehmensgründungen und Kooperationen mit der Gesundheitswirtschaft überführt werden.

Die Investition ist Teil eines größeren Programms für Hochschulen und Forschung. Aus dem Nordrhein-Westfalen-Plan stehen insgesamt 2,3 Milliarden Euro für Hochschulen, Hochschulmedizin und Forschungseinrichtungen zur Verfügung. Schwerpunkte sind unter anderem Künstliche Intelligenz, Digitalisierung, Volkskrankheiten sowie Energieeffizienz und Nachhaltigkeit.

Mit einem Fördervolumen von 200 Millionen Euro zählt AI4CancerCure.NRW dabei zu den großen standortübergreifenden Investitionen in die Verbindung von Universitätsmedizin und Künstlicher Intelligenz in Nordrhein-Westfalen.