Neue finanzielle Belastungen der Kliniken im Jahr 2026
VKD warnt vor kurzfristigen Kürzungen und fehlender Planungssicherheit
Der Verband des Klinikmanagements Deutschlands e. V. (VKD) warnt vor erheblichen zusätzlichen finanziellen Belastungen für Krankenhäuser im Jahr 2026. Hintergrund sind Beschlüsse von Bundestag und Bundesrat, mit denen ein Sparpaket für die gesetzlichen Krankenkassen in Höhe von zwei Milliarden Euro umgesetzt werden soll. Nach Angaben des VKD müssen die Kliniken davon rund 1,8 Milliarden Euro tragen.
Konkret wird hierfür die vor rund zwei Jahren eingeführte Meistbegünstigungsklausel für das Jahr 2026 einmalig ausgesetzt. Diese Maßnahme wirkt sich unmittelbar auf den Landesbasisfallwert aus und führt zu einer Absenkung der Vergütung für Krankenhäuser. Der VKD betont, dass diese Entscheidung die Kliniken in einer Phase treffe, in der viele Häuser bereits wirtschaftlich stark unter Druck stehen.
Begrenzung der Belastung auf 2026 vorgesehen
Nach Darstellung des VKD sind die Einwände der Länder und der Krankenhäuser jedoch nicht vollständig unberücksichtigt geblieben. Die Absenkung über den Landesbasisfallwert soll nicht über das Jahr 2026 hinaus wirken. Ab dem Jahr 2027 ist vorgesehen, die Verhandlungsbasis für die Landesbasisfallwerte um 1,14 Prozent anzuheben. Damit diese Regelung für alle Krankenhäuser gilt, sollen auch psychiatrische und psychosomatische Kliniken einbezogen werden.
Der Verband fordert, die getroffenen Entscheidungen zügig in der Bundespflegesatzverordnung sowie im Krankenhausreform-Anpassungsgesetz zu verankern. Nur so könne für die Kliniken eine zumindest begrenzte Planungssicherheit für das Jahr 2026 und die Folgejahre hergestellt werden.
Kritik an kurzfristigen Sparmaßnahmen
Grundsätzlich äußert der VKD deutliche Kritik an kurzfristigen finanziellen Kürzungen. Solche Eingriffe seien „Gift für planvolle strategische Entscheidungen“, insbesondere in einer Phase tiefgreifender Strukturreformen im Krankenhaussektor. Die nun beschlossenen Einsparungen könnten nach Einschätzung des Verbands sogenannte kalte Strukturveränderungen weiter beschleunigen – mit potenziell negativen Folgen für die Patientenversorgung.
Zugleich weist der VKD darauf hin, dass eine nachhaltige Entlastung der gesetzlichen Krankenversicherung vor allem über eine steuerfinanzierte Übernahme versicherungsfremder Leistungen erreicht werden könne. Darüber hinaus sieht der Verband die Ursachen der absehbaren Kostensteigerungen im Krankenhausbereich auch in einer zunehmenden Überregulierung und Bürokratisierung durch frühere Gesetzgebung.
Sorge vor weiteren Sparpaketen
Mit Blick auf Ankündigungen weiterer Sparanstrengungen im Gesundheitswesen für das Jahr 2026 appelliert der VKD an das Bundesministerium für Gesundheit und den Gesetzgeber, der Krankenhausstrukturreform höchste Priorität einzuräumen. Andernfalls bestehe die Gefahr, dass kurzfristige Gesetzesinitiativen und neue Sparpakete die positiven Effekte der bereits beschlossenen Sofort-Transformationsmittel schnell wieder aufzehren.




