Landesärztekammer Hessen kritisiert Pläne zur Verlagerung der ambulanten Facharztversorgung in Kliniken

Präsident Pinkowski warnt vor gravierenden Folgen für die Patientenversorgung

Die Landesärztekammer Hessen lehnt die Empfehlungen der Regierungskommission zur Krankenhausversorgung entschieden ab. Insbesondere die geplante Verlagerung der ambulanten fachärztlichen Versorgung in Kliniken sei ein schwerwiegender Fehler, so Präsident Dr. med. Edgar Pinkowski. Er betont die zentrale Rolle der niedergelassenen Arztpraxen, die 97 % aller Behandlungen übernehmen und in den letzten 20 Jahren eine deutliche Mehrbelastung bei moderaten Kostensteigerungen bewältigt haben.

Pinkowski kritisiert zudem die Zusammensetzung der Kommission, in der keine Vertragsärzte vertreten sind. Dadurch entstehe eine realitätsferne Debatte, die erfolgreiche Kooperationsmodelle zwischen Praxen und Kliniken ignoriere. Statt einer vollständigen Umstrukturierung fordert die Landesärztekammer eine gezielte Stärkung der ambulanten Versorgung und eine bessere Verzahnung mit dem stationären Bereich. Die Bundesregierung müsse die Expertise der niedergelassenen Ärzte stärker in den Reformprozess einbinden, um eine nachhaltige und patientenorientierte Gesundheitsversorgung sicherzustellen.