Krankenhausplanungsausschuss Bayern setzt strukturelle Verbesserungen um – Reformmaßnahmen müssen schnell auf Bundesebene folgen
Gesundheitsministerin Gerlach fordert rasche Umsetzung der KHVVG-Anpassungen – Ausbau der Versorgung und Kapazitäten in zahlreichen Kliniken
Der Krankenhausplanungsausschuss (KPA) Bayern hat am Dienstag in München wesentliche Beschlüsse gefasst, die die stationäre Versorgung im Freistaat weiter verbessern und an aktuelle Herausforderungen anpassen. Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach, zugleich Vorsitzende des KPA, hob hervor, dass Bayerns Bevölkerung über ein flächendeckendes Netz leistungsfähiger Krankenhäuser verfüge.
Gerlach appellierte gleichzeitig an den Bund, die im Koalitionsvertrag angekündigten Nachbesserungen des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG) zügig umzusetzen. Die Unsicherheit im Krankenhaussektor sei nach wie vor groß, weshalb Planungssicherheit dringend notwendig sei, um die angespannte Lage zu entschärfen.
Wichtige Baumaßnahmen und Kapazitätserweiterungen
Die Beschlüsse umfassen bauliche Anpassungen und Kapazitätserweiterungen in mehreren somatischen Krankenhäusern, darunter:
- Klinikum Neumarkt
- Sana Klinikum Coburg
- Asklepios Stadtklinik Bad Tölz
- München Kliniken
Darüber hinaus wurde die Fachrichtung Strahlentherapie an der Klinik Bad Trissl in den Krankenhausplan aufgenommen, begleitet von einer Anpassung der Bettenzahlen. Weitere Änderungen betreffen die Teilverlagerung von zehn Betten und die Aufnahme der Fachrichtung Gynäkologie an der Klinik Hohe Warte Bayreuth.
Die Planbettenzahlen wurden zudem an mehreren Fachkliniken erhöht (ATOS Starmed Klinik, m&i Fachklinik Bad Heilbrunn, Klinik Wartenberg, m&i Fachklinik Herzogenaurach, m&i Fachklinik Enzensberg). Ebenso wurde die Leistungs-Konzentration der Kreiskrankenhäuser Freyung und Grafenau am Standort Freyung beschlossen.
Ausbau spezialisierter Versorgung und Netzwerkbildung
Die Kinderklinik des Klinikums Nürnberg wird baulich erweitert, und weitere Krankenhäuser (Pfarrkirchen, Birkenwald Nürnberg, HESCURO Bad Brückenau) erhielten die Anerkennung als Fachkrankenhäuser.
Das Krankenhaus Weilheim wird als Kooperationsklinik in das Neurovaskuläre Netzwerk Südwestbayern (NEVAS) integriert, was die Schlaganfallversorgung im Landkreis Weilheim-Schongau verbessert.
Psychosomatik und Palliativmedizin wachsen weiter
Die Umwidmung von 24 Betten bei der KIRINUS PsoriSol Klinik in den psychosomatischen Bereich sowie Bettenmehrungen bei der Kirinus Schlemmer Klinik und dem AMEOS Klinikum Inntal unterstreichen die Ausweitung psychosomatischer Versorgung.
Auch die Palliativversorgung wird gestärkt: Das St. Elisabeth-Krankenhaus Bad Kissingen erhält eine neue Palliativstation mit sechs Betten, und das Krankenhaus Agatharied erweitert seine Palliativbetten von sechs auf acht. Bayern verfügt aktuell über 54 Palliativstationen mit 518 Betten und 77 Palliativdiensten.
Stärkung der Akutgeriatrie
Bayern baut seine akutgeriatrische Versorgung weiter aus: 166 neue akutgeriatrische Betten wurden genehmigt, wodurch nun 131 Akutgeriatrien mit über 3.400 Betten sowie zehn akutgeriatrische Tageskliniken mit 211 Plätzen bestehen.






