Kliniken in NRW warnen vor Folgen geplanter Bundeskürzungen

1,8 Milliarden Euro Einsparungen ab 2026 – Landespolitik und Krankenhausverbände fordern Kurskorrektur

Die geplanten Kürzungen der Bundesregierung in Höhe von 1,8 Milliarden Euro jährlich ab 2026 sorgen in Nordrhein-Westfalen für massive Kritik. Ziel der Einsparungen ist es, die Krankenkassenbeiträge stabil zu halten – doch Kliniken und Landespolitiker warnen vor gravierenden Folgen für die stationäre Versorgung.

Im St. Martinus Hospital Olpe seien die Auswirkungen bereits spürbar: Nach der Schließung des Standorts Lennestadt steigt der Versorgungsdruck deutlich. Klinikgeschäftsführer Gereon Blum rechnet mit 900.000 Euro Mindereinnahmen pro Jahr und warnt vor Personalkürzungen. Auch die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) kritisiert die Pläne als „gefährlichen Rückschritt“.

Seit 2021 hat Nordrhein-Westfalen bereits 39 Krankenhäuser verloren – die Zahl der Kliniken sank von 355 auf 316. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) warnt vor einer Überlastung der Häuser, während SPD-Gesundheitspolitikerin Lisa Kapteinat ein „Gesamtkonzept statt weiterer Sparrunden“ fordert.

Nach Einschätzung von AOK-Bundesverbandschefin Carola Reimann dürften die Beitragssätze trotz der Kürzungen weiter steigen, da viele Kassen ihre Rücklagen wieder aufbauen müssten.