Hamburg bereitet Krankenhausreform mit neuem Krankenhausplan vor
Gutachten liefert Grundlage für Leistungsgruppen, Strukturentscheidungen und mögliche Leistungskonzentrationen in der Hansestadt
Die Freie und Hansestadt Hamburg arbeitet an einem neuen Krankenhausplan, der die Umsetzung der bundesweiten Krankenhausreform vorbereiten soll. Grundlage ist ein umfassendes Gutachten der aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH, das zwischen Juli 2024 und März 2026 erstellt wurde. Die Analyse soll die künftige Krankenhausplanung an den neuen Leistungsgruppen, Qualitätsvorgaben und Versorgungsbedarfen ausrichten.
Hamburg steht vor einer grundlegenden Neuausrichtung seiner Krankenhausplanung. Der bisherige Krankenhausplan, der auf Daten des Jahres 2019 basiert und zuletzt bis Ende 2025 verlängert wurde, soll durch eine neue Planungsstruktur ersetzt werden. Hintergrund sind die Vorgaben des Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetzes (KHVVG), das seit Januar 2025 die schrittweise Einführung von Leistungsgruppen sowie verbindlichen Struktur- und Qualitätsanforderungen vorsieht.
Zur Vorbereitung des neuen Krankenhausplans beauftragte die Freie und Hansestadt Hamburg die aktiva Beratung im Gesundheitswesen GmbH mit der Erstellung eines umfangreichen Gutachtens. Ziel war es, die bestehende Versorgungslandschaft umfassend zu analysieren und eine belastbare Datengrundlage für die zukünftigen Planungsentscheidungen zu schaffen.
Im Mittelpunkt der Untersuchung stand die Überführung der bisherigen fachgebietsbezogenen Krankenhausplanung in die neue Systematik der Leistungsgruppen. Dabei wurden sowohl die stationären als auch die teilstationären Versorgungsangebote analysiert und zukünftige Bedarfsentwicklungen bewertet. Zudem untersuchte das Gutachten die Auswirkungen von demografischen Veränderungen, medizinischem Fortschritt, Digitalisierung, Ambulantisierung und Fachkräftemangel auf die Krankenhausversorgung der kommenden Jahre.
Besondere Bedeutung kommt dabei der Rolle Hamburgs als überregionaler Gesundheitsstandort zu. Die Hansestadt versorgt nicht nur die eigene Bevölkerung, sondern übernimmt auch umfangreiche Versorgungsaufgaben für das Umland. Diese hohe Mitversorgungsquote betrifft sowohl die stationäre Behandlung als auch die Notfall- und Unfallversorgung und muss bei der künftigen Krankenhausplanung berücksichtigt werden.
Das Gutachten dient zugleich als Grundlage für die Zuweisung der neuen Leistungsgruppen. Darüber hinaus werden mögliche Über-, Unter- und Fehlversorgungen identifiziert sowie Optionen für die zukünftige Strukturierung der Krankenhauslandschaft aufgezeigt. Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage, in welchen Bereichen Leistungen künftig stärker konzentriert werden könnten, um Qualitätsanforderungen der Krankenhausreform zu erfüllen.
Neben der Leistungsgruppenplanung berücksichtigt die Untersuchung weitere Reformvorhaben. Dazu zählen die geplante Notfallreform mit Integrierten Notfallzentren (INZ), die zunehmende Ambulantisierung stationärer Leistungen sowie neue sektorübergreifende Versorgungsformen. Auch die Herausforderungen durch den Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge und den anhaltenden Fachkräftemangel fließen in die Bedarfsberechnungen ein.
Für die Hamburger Krankenhauslandschaft markiert das Gutachten damit einen wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zur Umsetzung der Krankenhausreform. Die Analyse liefert die fachliche Grundlage für zukünftige Strukturentscheidungen und dürfte maßgeblichen Einfluss auf die Verteilung von Leistungsgruppen, Versorgungsaufträgen und Krankenhauskapazitäten in den kommenden Jahren haben.




