Entbürokratisierung als Schlüssel zur besseren Behandlungsqualität
Aktionsgruppe „Schluss mit Kliniksterben in Bayern“ unterstützt Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft
Die Aktionsgruppe Schluss mit Kliniksterben in Bayern bezieht in ihrer Mitteilung vom 12. Dezember 2025 klar Position und unterstützt die Forderung der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) nach einer deutlichen → Entbürokratisierung der Kliniken. Ziel sei es, dringend benötigte Ressourcen wieder für die direkte Patientenversorgung freizusetzen.
Wie die Aktionsgruppe berichtet, bestätigen die eigenen Analysen nahezu identische Werte wie die der DKG: Ein Anteil von 30 Prozent der klinischen Arbeitszeit von Ärzten, Pflegekräften und Mitarbeitenden des medizinisch-technischen Dienstes fließe inzwischen in administrative Tätigkeiten. Besonders kritisch sei der Bereich Kodierung, Dokumentation und Abrechnung. Laut Klaus Emmerich, Klinikvorstand im Ruhestand, entfallen allein 15 Prozent dieser Arbeitszeit auf Aufgaben rund um DRG-Abrechnung und Leistungsgruppennachweise. Er bezeichnet diesen Zustand als „Wahnsinn“ und ergänzt: „15% daraus dienen der Kodierung, Dokumentation und Abrechnung von Fallpauschalen sowie Berechtigung zur Abrechnung innerhalb zugewiesener Leistungsgruppen. Dieser Wahnsinn […] muss aufhören.“
Die Aktionsgruppe rechnet vor, dass diese 15 Prozent Verwaltungsaufwand 171.600 klinische Mitarbeitende beziehungsweise 129.900 Vollzeitstellen binden – ein volkswirtschaftlicher Gegenwert von 12 Milliarden Euro. Die Freisetzung dieser Kapazitäten würde nach Überzeugung der Gruppe die Versorgungsqualität deutlich stärker verbessern als die im Krankenhausreformanpassungsgesetz (KHAG) geplante Konzentration der Krankenhauslandschaft.
Vor diesem Hintergrund zeigt sich die Aktionsgruppe alarmiert über die aktuellen Reformpläne. Die politisch gewollten Leistungsgruppenvorgaben und Strukturänderungen führten zu wachsender Bürokratie, einer Ausweitung des Kliniksterbens und einer Verschärfung der ohnehin angespannten Situation im Gesundheitswesen. Zudem kritisiert die Gruppe eine „übersteigerte Misstrauenskultur“ von Politik und Ministerien gegenüber dem behandelnden Klinikpersonal.
Besonders scharf beanstandet die Aktionsgruppe den geplanten Entzug weiterer Finanzmittel aus dem Vergütungssystem der Krankenhäuser. Die im Vermittlungsausschuss vorgesehenen 1,8 Milliarden Euro würden die wirtschaftliche Lage vieler Kliniken weiter destabilisieren und damit die Versorgungsqualität zusätzlich gefährden.
Abschließend betont die Aktionsgruppe, dass Klinikmitarbeitende eine verlässliche und auskömmliche Finanzierung verdient hätten: Für Aufgaben, die regelmäßig Leben retten, müsse dieselbe Selbstverständlichkeit gelten wie bei Feuerwehr oder Rettungsdiensten.






