Schleswig-Holstein legt Zielbilder für 61 Klinik-Leistungsgruppen vor

Sechs Regionalkonferenzen starten am 21. September – Anhörungsverfahren läuft parallel, neuer Krankenhausplan soll 2027 gelten

Schleswig-Holstein geht bei der Umsetzung der Krankenhausreform in die entscheidende Planungsphase. In sechs Regionalkonferenzen will das Gesundheitsministerium zwischen dem 21. September und 6. Oktober 2026 die vorgesehenen Versorgungsstrukturen und die künftige Rolle der einzelnen Krankenhausstandorte vorstellen. Grundlage sind die beantragten 61 somatischen Leistungsgruppen und deren Prüfung durch den Medizinischen Dienst Nord. Die vorgestellten Strukturen sind zunächst Zielbilder und noch keine endgültigen Zuweisungsentscheidungen.

Parallel zu den Regionalkonferenzen beginnt am 21. September das ordentliche Anhörungsverfahren für die Krankenhäuser. Die Geschäftsführungen erhalten sechs Wochen Zeit, zu den beabsichtigten Entscheidungen Stellung zu nehmen und ergänzende Unterlagen vorzulegen.

Erkenntnisse aus diesem Verfahren können die abschließende Zuweisung der Leistungsgruppen noch verändern. Der neue Landeskrankenhausplan soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten und die stationäre Versorgung auf Grundlage der mit der Krankenhausreform eingeführten Planungssystematik neu strukturieren.

Medizinischer Dienst hat Qualitätsvorgaben geprüft

Den aktuellen Zielbildern gingen Anträge der Krankenhäuser sowie deren Prüfung durch den Medizinischen Dienst Nord voraus. Dabei wurde untersucht, ob die Standorte die bundesrechtlich festgelegten Qualitätsanforderungen der beantragten Leistungsgruppen erfüllen.

Bereits im Frühjahr hatte das Land Regionalgespräche mit den Krankenhäusern geführt. Die sechs neuen Versorgungsregionen und erste Grundzüge der vorgesehenen Krankenhausstruktur hatte Gesundheitsministerin Kerstin von der Decken Anfang Juli vorgestellt.

Die Krankenhausplanung erfolgt künftig auf vier Ebenen: länderübergreifend, landesweit, auf Ebene der Kreise sowie in den neu geschaffenen Versorgungsregionen. Welche Ebene maßgeblich ist, richtet sich nach der jeweiligen Leistungsgruppe.

Die sechs Versorgungsregionen wurden nicht ausschließlich anhand geografischer oder administrativer Grenzen gebildet. Nach Angaben des Ministeriums wurden insbesondere tatsächliche Patientenströme berücksichtigt.

Konkrete Rolle der Klinikstandorte wird vorgestellt

Bei den Regionalkonferenzen soll für jede Region dargestellt werden, welche Rolle den einzelnen Krankenhausstandorten im vorgesehenen Zielbild zukommt und wie sich daraus die künftige Versorgungsstruktur zusammensetzt.

Neben den regionalen Planungen werden die verwendeten Methoden und Datengrundlagen erläutert. Gesundheitsministerin von der Decken und die für Krankenhausplanung zuständige Referatsleiterin Aenn Hachmeyer stellen die jeweiligen Versorgungsstrukturen vor. Philipp Letzgus von der Lohfert & Lohfert AG erläutert die Systematik und Herleitung der Krankenhausplanung.

Die sechs Regionalkonferenzen finden vom 21. September bis 6. Oktober 2026 in Lübeck, Itzehoe, Schleswig, Husum, Kiel und Eutin statt. Vor Ort nehmen persönlich eingeladene Vertreter der Krankenhäuser, Kommunen und Politik teil. Für die Öffentlichkeit werden sämtliche Veranstaltungen per Livestream übertragen und anschließend als Aufzeichnung bereitgestellt.

Die Übertragungen sollen über das Krankenhausportal des Landes Schleswig-Holstein abrufbar sein.