Selbstkritische, multizentrische Analyse der Behandlungs- und Kodierqualität am Beispiel der Nephroureterektomie anhand von Abrechnungsdaten

Analyse zeigt Diskrepanz zwischen klinischer Realität und Kodierpraxis bei Nephroureterektomien

Eine aktuelle Studie von Dreger et al., veröffentlicht in der Fachzeitschrift Urologie (2025), beleuchtet kritisch die Behandlungs- und Kodierqualität bei Nephroureterektomien (RNU) auf Basis von G-DRG-Abrechnungsdaten aus 87 Helios-Krankenhäusern. Zwischen 2016 und 2022 wurden insgesamt 594 Patienten mit einem Urothelkarzinom des oberen Harntrakts (UTUC) erfasst.

Die Ergebnisse zeigen einen deutlichen Anstieg roboterassistierter Eingriffe, die mit kürzeren Krankenhausaufenthalten (9,9 vs. 12,3 Tage) und geringeren Komplikationsraten (z. B. Blutungsanämien: 12 % vs. 26 %) verbunden waren. Gleichzeitig offenbarte sich eine unzureichende Kodierung leitlinienrelevanter Maßnahmen wie der Blasenmanschettenresektion (6,6 % vs. 46 %) und der intravesikalen Rezidivprophylaxe (10 % vs. 6,9 %). Eine ergänzende Umfrage ergab jedoch, dass diese Maßnahmen in der klinischen Praxis deutlich häufiger durchgeführt werden (Blasenmanschette: 92 %, Instillation: 52 %).

Die Autoren betonen die Notwendigkeit, administrative Abrechnungsdaten kritisch zu interpretieren, da Kodierlücken die Abbildung der tatsächlichen Versorgungsrealität erheblich verzerren können. Dies habe unmittelbare Auswirkungen auf Struktur-, Qualitäts- und Finanzierungsentscheidungen im deutschen Gesundheitswesen.