Versorgungsforschung in Gefahr: DNVF kritisiert geplante Kürzung des Innovationsfonds um 100 Millionen Euro

Deutsches Netzwerk Versorgungsforschung warnt vor Rückschritt bei der Modernisierung des Gesundheitssystems

Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) warnt eindringlich vor den geplanten Kürzungen des Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA). Nach den im Bundeskabinett beschlossenen Sparmaßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Beitragssätze soll die Fördersumme für 2026 um 100 Millionen Euro – also um die Hälfte – reduziert werden.

„Mit dieser Kürzung schwächt die Politik ihr wichtigstes Instrument, um die Gesundheitsversorgung patient:innenorientierter, effektiver und kostengünstiger zu gestalten“, betont Prof. Wolfgang Hoffmann, Vorstandsvorsitzender des DNVF. Der Innovationsfonds bilde die wissenschaftliche Grundlage für eine zukunftsfähige Versorgung, und seine Kürzung sei „das Gegenteil einer nachhaltigen Gesundheitsstrategie“.

Das DNVF verweist darauf, dass die Versorgungsforschung entscheidend dazu beiträgt, neue Versorgungsmodelle zu entwickeln, erfolgreiche Ansätze in die Regelversorgung zu überführen und ineffiziente Strukturen abzubauen. Eine Halbierung des Budgets gefährde zentrale Reformziele, darunter:

  • den Aufbau eines lernenden, evidenzbasierten Gesundheitssystems,
  • die Verzahnung von ambulanter und stationärer Versorgung,
  • die Stärkung der Krisenresilienz des Gesundheitswesens sowie
  • die Förderung von High-Value-Care-Strukturen.

Der Vorsitzende Hoffmann warnte, die geplante Kürzung werfe „die Modernisierung des Gesundheitswesens um Jahre zurück“.

Das DNVF, gegründet 2006 in Berlin, vereint mehr als 120 Fachgesellschaften, Institute, Verbände und Forschungsverbünde mit über 450 Wissenschaftler:innen. Ziel des Netzwerks ist es, wissenschaftliche Grundlagen für eine nachhaltige, patient:innenorientierte und evidenzbasierte Gesundheitsversorgung zu schaffen.