DKG fordert Krankenhaus-Klimaschutzfonds und Maßnahmen gegen Hitzebelastung

Krankenhäuser als Energie-Großverbraucher sollen Vorreiter im Klimaschutz werden

Die Deutsche Krankenhausgesellschaft (DKG) hat am 7. November 2025 ein Positionspapier zum Klimaschutz im Krankenhaus veröffentlicht. Darin betont der Verband die Rolle der Kliniken als Energie-Großverbraucher und das damit verbundene Potenzial, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Gleichzeitig müsse die Energieversorgung der Krankenhäuser gesichert werden, um eine moderne und kontinuierliche Patientenversorgung zu gewährleisten.

Die DKG fordert, dass Klimaschutz als vorrangiges Ziel im Krankenhausfinanzierungsgesetz verankert wird. Zentral sei die Einrichtung eines Krankenhaus-Klimaschutzfonds, der Investitionen in klimaschutzgerechte Umbauten ermöglicht. Auch gesetzliche Regelungen sollten um Klimaschutzaspekte ergänzt werden, um Projekte zu finanzieren und Bürokratie abzubauen. Zudem soll die Aus- und Fortbildung von Klimaschutzmanagerinnen und -managern gefördert werden.

Prof. Dr. Henriette Neumeyer, stellvertretende Vorstandsvorsitzende der DKG, erläutert:
„Ein einziges Krankenhausbett verbraucht im Durchschnitt so viel Energie wie vier Einfamilienhäuser. Rund 1,5 Milliarden Euro gibt der Krankenhaussektor pro Jahr für seinen Energiebedarf aus. Einsparungen bei Energie und Treibhausgasemissionen im Krankenhausbereich werden daher einen signifikanten Beitrag zum Klimaschutz leisten können und zugleich langfristig Kosten im Gesundheitssystem reduzieren. Notwendig dafür sind aber Investitionen. Vielerorts arbeiten veraltete Heizkessel oder es geht Energie durch schlecht gedämmte Fassaden verloren. An einem Klimaschutzfonds für Krankenhausinvestitionen führt daher kein Weg vorbei.“

Darüber hinaus müsse sich das Krankenhauswesen auf die Auswirkungen des Klimawandels einstellen. Besonders die Hitzevorsorge für Patientinnen, Patienten und Beschäftigte sei entscheidend. Viele Kliniken seien bisher nicht ausreichend gekühlt. Neumeyer betont:
„Überhitzte Krankenzimmer im Sommer sind nicht nur ein Komfortproblem. Mit bisherigen Mitteln wie Verschattung, Ventilatoren und Kühlakkus können Krankenhäuser den neuen Herausforderungen nicht mehr begegnen. Gebäudehüllen zu ertüchtigen und moderne Kühltechnik einzubauen, die erneuerbare Energien wie Photovoltaik nutzt, sind notwendige Voraussetzungen für sichere Bedingungen in den Krankenhäusern. Unsere Beschäftigten müssen an sieben Tagen in der Woche und 365 Tagen im Jahr für ihre Patientinnen und Patienten da sein – verschobene Behandlungen oder hitzebedingte Betriebseinschränkungen sind daher keine verlässliche Lösung.“