Brandenburgs Gesundheitsminister warnt vor Existenzgefahr für Klinikstandorte
Kombination aus Krankenhaus-, Gesundheits- und Notfallreform erhöht Druck auf Kliniken
Brandenburgs Gesundheitsminister René Wilke sieht die Krankenhäuser im Land durch mehrere parallel laufende Reformvorhaben des Bundes zunehmend unter Druck. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, warnt er vor neuen Risiken für Klinikstandorte.
Nach Einschätzung Wilkes trifft die bereits laufende Krankenhausreform Deutschland 2025 auf weitere Reformprozesse in kurzer Zeit. Neben strukturellen Veränderungen im stationären Bereich nennt er insbesondere das geplante Gesundheits-Sparpaket sowie die Reform der Notfallversorgung als zusätzliche Belastungsfaktoren.
„Wir haben eine Kombination von Krankenhausreform, Gesundheitsreform und Notfallreform in einem sehr überschaubaren Zeitraum in einem System, das schon jetzt massiv unter Druck ist“, sagte Wilke laut dpa. Sollte diese Entwicklung anhalten, könnten Krankenhausstandorte in Brandenburg gefährdet sein.
Die wirtschaftliche Lage der Krankenhäuser im Bundesland gilt bereits als angespannt. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums schreiben rund vier von fünf Kliniken rote Zahlen. Vor diesem Hintergrund sieht Wilke die kumulativen Effekte der Reformen kritisch.
Gefahr für Klinikstandorte – aber noch keine Insolvenzwelle
Wilke betont, dass aktuell keine akuten Insolvenzen oder Rückzüge von Trägern absehbar seien. Dennoch wachse der Druck auf die Einrichtungen kontinuierlich. Entscheidend sei, wie lange Träger bereit und in der Lage seien, Defizite auszugleichen.
„Wenn jetzt nicht noch mal deutliche Korrekturen kommen, wird es gefährlich“, so der Minister. Die Landesregierung verfolge das Ziel, die bestehenden Versorgungsstrukturen zu erhalten. Dabei könnten jedoch auch alternative Modelle eine Rolle spielen, etwa die Umwandlung klassischer Krankenhausstandorte in ambulante Versorgungszentren oder Polikliniken.





