BNC fordert Kinder-OPs in Hybrid-DRGs und Erhalt der Allgemeinchirurgie
Berufsverband betont Sicherung kindgerechter Versorgung und flächendeckende chirurgische Grundversorgung
Auf der Bundesdelegiertenversammlung des Berufsverbands der niedergelassenen Chirurgen (BNC e.V.) am 8. November 2025 in Frankfurt standen zwei zentrale Themen im Fokus: die Aufnahme von Kinderoperationen in die Hybrid-DRG (H-DRG) und der Erhalt der flächendeckenden Allgemeinchirurgie.
„Es ist für uns und unsere kinderchirurgischen Mitglieder unvorstellbar, dass Kinder und Menschen mit Behinderungen in der aktuellen Fassung der H-DRG ausgeschlossen sind“, betont Jan Henniger, erster Vorsitzender des BNC. Die Delegierten kritisieren den Abbau kinderchirurgischer Betten in Kliniken und die fehlende wirtschaftliche Grundlage für niedergelassene Kinderchirurginnen und -chirurgen, die diese Versorgung auffangen sollen. Angesichts des drohenden Engpasses in der operativen Versorgung von Kindern sei eine Weiterentwicklung der H-DRG dringend notwendig. Der BNC arbeitet hierzu gemeinsam mit dem BNKD und dem SpiFa und fordert das Gesundheitsministerium auf, die H-DRG kindgerecht weiterzuentwickeln, um eine wohnortnahe Versorgung sicherzustellen.
Ein weiterer Schwerpunkt war die allgemeinchirurgische Versorgung, die laut BNC zunehmend ausgedünnt wird. Freiwerdende Praxissitze würden häufig in orthopädisch-unfallchirurgische Fachrichtungen umgewandelt, Praxisnachfolgen blieben aus und Übernahmen durch MVZ oder Kliniken nähmen zu. Dies gefährde die wohnortnahe Versorgung, insbesondere in ländlichen Regionen, und den Erhalt generalistischer Expertise, die für Standard- und Notfalleingriffe unverzichtbar sei. „Wenn die Allgemeinchirurgie als zentraler Pfeiler der chirurgischen Grundversorgung wegfällt, verlieren vor allem ländliche Regionen ihre wohnortnahe Versorgung und wertvolles Know-how geht verloren“, so Henniger.
Der BNC e.V. bekräftigt daher die Forderung nach einer starken Kinderchirurgie in H-DRG und dem Erhalt der Allgemeinchirurgie in Klinik und Praxis, um eine qualitativ hochwertige, flächendeckende Versorgung sicherzustellen.




