BAS-Report 2025: 350 Milliarden Euro im Gesundheitsfonds
Jahresbericht zeigt Finanzdruck auf GKV und Pflege – Transformationsfonds wird neue Milliardenaufgabe
Das Bundesamt für Soziale Sicherung (BAS) hat seinen Jahresbericht 2025 veröffentlicht. Neben der angespannten Finanzlage der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung standen zahlreiche Aufsichts-, Prüf- und Genehmigungsverfahren sowie die Digitalisierung im Mittelpunkt. Zugleich bereitete das BAS mit dem Aufbau des Krankenhaustransformationsfonds eines der größten Förderinstrumente im deutschen Gesundheitswesen vor.
Das Bundesamt für Soziale Sicherung blickt in seinem BAS-Report 2025 auf ein Jahr zurück, das insbesondere von zunehmendem Finanzierungsdruck in den sozialen Sicherungssystemen geprägt war. Allein über den Gesundheitsfonds verwaltete die Behörde im Berichtsjahr Einnahmen von rund 350 Milliarden Euro.
BAS-Präsident Markus Algermissen verweist auf steigende Ausgaben in der gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung, den medizinischen Fortschritt und die demografische Entwicklung. Diese Faktoren erforderten stabile Finanzierungsstrukturen, wirtschaftliches Handeln und eine verlässliche Aufsicht.
In der gesetzlichen Krankenversicherung stand 2025 insbesondere die Entwicklung der Rücklagen der Krankenkassen im Fokus der Aufsicht. Auch die soziale Pflegeversicherung befand sich nach Angaben des BAS weiterhin in einer angespannten finanziellen Situation. Durch Anpassungen im Finanzausgleich habe das Bundesamt dazu beigetragen, deren Zahlungsfähigkeit jederzeit sicherzustellen. Gleichzeitig konstatiert die Behörde einen weiter zunehmenden Reformbedarf.
Krankenhausreform erweitert Aufgaben des BAS
Eine zentrale neue Aufgabe ergibt sich aus der Krankenhausreform. Das BAS hat 2025 den Aufbau des Krankenhaustransformationsfonds (KHTF) vorbereitet, der im Frühjahr 2026 seine operative Arbeit aufgenommen hat.
Mit einem Fördervolumen von bis zu 50 Milliarden Euro soll der Fonds über mehrere Jahre den Umbau der deutschen Krankenhauslandschaft unterstützen. Gefördert werden insbesondere strukturverändernde Vorhaben, mit denen stationäre Versorgungskapazitäten konzentriert, Krankenhausstandorte neu organisiert und neue Versorgungsstrukturen aufgebaut werden.
Dem BAS kommt dabei eine zentrale Rolle zu: Die Behörde verwaltet den Krankenhaustransformationsfonds und prüft die von den Ländern eingereichten Förderanträge. Damit zählt der KHTF nach Einschätzung des Bundesamtes zu den größten Förderinstrumenten des Gesundheitswesens der vergangenen Jahrzehnte.
Die ersten Auswirkungen des Fonds reichen bereits über das Berichtsjahr hinaus. Nach dem Aufbau der notwendigen Verwaltungsstrukturen 2025 hat das BAS im Frühjahr 2026 mit der Bearbeitung der Förderverfahren begonnen.
Digitalisierung und KI gewinnen für das BAS an Bedeutung
Neben Finanzierung und Krankenhausreform setzt das Bundesamt einen weiteren Schwerpunkt auf die Digitalisierung der sozialen Sicherungssysteme. Elektronische Patientenakte, digitale Verwaltungsverfahren sowie Anwendungen auf Basis Künstlicher Intelligenz eröffnen nach Einschätzung der Behörde neue Möglichkeiten für Versicherte und Verwaltung.
Damit gewinnen zugleich Daten- und Informationssicherheit sowie die Krisenresilienz der Sozialversicherungssysteme an Bedeutung. Das BAS spricht sich für praxistaugliche, wirtschaftliche und rechtssichere digitale Lösungen aus und verbindet die Digitalisierung ausdrücklich mit dem Ziel des Bürokratieabbaus.
Auch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz verändert die Aufgaben der Behörde. Die gesetzlichen Maßnahmen zur Stabilisierung der GKV-Finanzen wirken sich unmittelbar auf die Aufsicht über die Krankenkassen aus. Das BAS hat nach eigenen Angaben bereits mit entsprechenden Umsetzungsschritten begonnen.
Der Jahresbericht macht damit deutlich, dass sich das Aufgabenprofil des Bundesamtes zunehmend erweitert. Neben seiner klassischen Funktion als Aufsichts-, Prüf- und Verwaltungsbehörde übernimmt das BAS mit dem Krankenhaustransformationsfonds eine zentrale Rolle bei der praktischen Umsetzung des Strukturwandels in der Krankenhausversorgung.




