Ilmtalklinik: Kooperation der Landkreise drohe zu scheitern
Streit um SÜV-Umbau des Krankenhauses Mainburg eskaliert – Trennung der Klinikgesellschaft steht im Raum
Die gemeinsame Trägerschaft der Ilmtalklinik GmbH durch die Landkreise Pfaffenhofen und Kelheim steht zunehmend infrage. Auslöser ist der anhaltende Streit über die künftige medizinische Ausrichtung des Krankenhauses Mainburg. Während dort Forderungen nach einer Rücknahme der geplanten Umwandlung in eine sektorenübergreifende Versorgungseinrichtung (SÜV) lauter werden, schließt Pfaffenhofens Landrat Albert Gürtner inzwischen auch eine Trennung der beiden Landkreise innerhalb der Klinikgesellschaft nicht mehr aus.
Wie der Donaukurier berichtet, könnten die unterschiedlichen Vorstellungen bereits bei den Kreistagssitzungen am Montag, 19. Oktober 2026, zu einer weiteren Zuspitzung führen. Für Pfaffenhofen stellt sich insbesondere die Frage, ob die bisher gemeinsam beschlossene Medizinstrategie noch von beiden kommunalen Gesellschaftern getragen wird.
Die Umwandlung des Krankenhauses Mainburg in einen sektorenübergreifenden Versorger wurde bereits 2024 vom Kelheimer Kreistag beschlossen. Grundlage ist eine Neuordnung des medizinischen Angebots zwischen den beiden Klinikstandorten. Im Zuge dieser Strategie wurden die Unfallchirurgie und das Endoprothetikzentrum zum 1. Juli 2025 nach Pfaffenhofen verlagert. Für Mainburg war vorgesehen, insbesondere die internistische Versorgung, die Notaufnahme, intensivmedizinische Leistungen und ambulante Behandlungsangebote weiterzuführen. Die Verantwortlichen hatten den Umbau damals mit den Anforderungen der Krankenhausreform, den personellen Ressourcen und der langfristigen wirtschaftlichen Tragfähigkeit begründet. Zugleich sollte durch die stärkere Spezialisierung beider Standorte die medizinische Versorgung innerhalb der gemeinsamen Klinikgesellschaft gesichert werden. (1)
In Mainburg stößt diese Neuausrichtung weiterhin auf Widerstand. Kritiker fordern, die bisherigen Strukturentscheidungen zu überprüfen und insbesondere die stationäre Versorgung am Standort wieder zu stärken.
Die Auseinandersetzung betrifft inzwischen nicht mehr allein das medizinische Konzept, sondern auch die Zukunft der gemeinsamen Gesellschaft. Sollte Kelheim von der vereinbarten Standortstrategie abrücken, könnte nach den Äußerungen Gürtners auch die bisherige Zusammenarbeit grundsätzlich neu bewertet werden. Eine gesellschaftsrechtliche Trennung würde weitreichende Fragen zur Finanzierung, zur Verteilung bestehender Verpflichtungen sowie zur künftigen Organisation beider Krankenhausstandorte aufwerfen.
Im Kelheimer Kreistag steht die Ilmtalklinik am 19. Oktober auf der Tagesordnung. Neben einem Situationsbericht der Geschäftsführung sollen der Jahresabschluss 2025, die Ergebnisverwendung und eine Kapitalzuführung an die Tochtergesellschaft Ilmtalklinik MVZ GmbH behandelt werden. (2)




