73 Prozent der Krankenhäuser schreiben rote Zahlen
Roland-Berger-Krankenhausstudie 2026 zeigt wachsende Defizite – Klinikleitungen planen Einschnitte bei Personal und Investitionen
Die wirtschaftliche Lage der deutschen Krankenhäuser bleibt angespannt. Nach der neuen Krankenhausstudie 2026 der Unternehmensberatung Roland Berger haben 73 Prozent der befragten Kliniken das Geschäftsjahr 2025 mit einem Defizit abgeschlossen. Obwohl der Anteil gegenüber dem Vorjahr leicht zurückgegangen ist, fallen die Verluste zunehmend höher aus. Als Reaktion planen zahlreiche Krankenhausleitungen Personalmaßnahmen und die Verschiebung oder Streichung von Investitionen.
Grundlage der Studie sind Interviews mit rund 600 Geschäftsführern und ärztlichen Direktoren. Wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am 30. Oktober berichtet, lag der Anteil defizitärer Krankenhäuser im Vorjahr noch bei 75 Prozent. Gleichzeitig hat sich die wirtschaftliche Situation vieler Einrichtungen weiter verschlechtert.
Bei 56 Prozent der befragten Kliniken überstieg der Jahresverlust 2025 zehn Prozent des Umsatzes. Einzelne Krankenhäuser verzeichneten nach Angaben der Studie sogar Fehlbeträge von bis zu einem Viertel ihrer Umsatzerlöse. Viele Einrichtungen haben ihre finanziellen Rücklagen inzwischen weitgehend aufgebraucht. Roland Berger sieht deshalb ein zunehmendes Insolvenzrisiko und erwartet für die kommenden Jahre eine weitere Verschärfung der wirtschaftlichen Situation.
Um auf die wirtschaftlichen Belastungen zu reagieren, sehen viele Klinikleitungen Einschnitte beim Personal vor. 68 Prozent planen Maßnahmen im Pflegebereich, während 86 Prozent entsprechende Schritte in anderen Bereichen des Krankenhauses vorbereiten.
Mehr als die Hälfte der befragten Einrichtungen will zudem Investitionen verschieben oder vollständig streichen.
Zusätzliche Belastungen erwarten die befragten Krankenhausleitungen durch das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz. Im Durchschnitt rechnen sie mit einem Einnahmerückgang von sieben Prozent infolge der vorgesehenen Einsparmaßnahmen.







