Sachsen-Anhalter setzen bei komplexen Eingriffen auf spezialisierte Kliniken

TK-Umfrage zeigt breite Unterstützung für Qualitätsorientierung und Krankenhausreform

Eine aktuelle repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa im Auftrag der Techniker Krankenkasse zeigt: Die Mehrheit der Menschen in Sachsen-Anhalt bewertet die Qualität medizinischer Versorgung höher als die unmittelbare Nähe eines Krankenhauses. Besonders bei komplexen Operationen und planbaren anspruchsvollen Eingriffen sind viele Bürgerinnen und Bürger bereit, längere Anfahrtswege zugunsten spezialisierter Kliniken in Kauf zu nehmen. Die Ergebnisse wurden am 18. Mai 2026 veröffentlicht und fallen in eine Phase intensiver Diskussionen über die Krankenhausreform und die zukünftige Struktur der stationären Versorgung.

Nach Angaben der TK würden sich 86 Prozent der Befragten bei einer planbaren aufwändigen Behandlung oder Operation für ein Krankenhaus mit umfassender Erfahrung entscheiden – auch dann, wenn dafür eine längere Anreise erforderlich wäre. Damit bestätigt die Umfrage eine Entwicklung, die auch gesundheitspolitisch zunehmend an Bedeutung gewinnt: Die Bündelung komplexer Leistungen in spezialisierten Zentren wird von einem großen Teil der Bevölkerung unterstützt.

Auch die geplanten Strukturveränderungen im Zuge der bundesweiten Krankenhausreform stoßen laut der Erhebung auf breite Zustimmung. 79 Prozent der Befragten bewerten die Idee, komplexe Behandlungen künftig stärker in spezialisierten Häusern zu konzentrieren, als „sehr gut“ oder „eher gut“. Nur 21 Prozent äußerten sich kritisch gegenüber diesen Reformansätzen.

Für Steffi Suchant, Leiterin der TK-Landesvertretung Sachsen-Anhalt, verdeutlichen die Ergebnisse, dass die Bevölkerung bei anspruchsvollen medizinischen Leistungen vor allem auf Erfahrung und Expertise setzt. Aus Sicht der Krankenkasse bietet die laufende Krankenhausreform die Möglichkeit, die stationäre Versorgung langfristig stärker qualitätsorientiert und bedarfsgerecht auszurichten.

Die TK fordert in diesem Zusammenhang klare Leistungsstrukturen, verbindliche Qualitätskriterien sowie eine stärkere Spezialisierung der Kliniken. Gleichzeitig müssten Doppelstrukturen und Überkapazitäten reduziert werden, um die Versorgung effizienter zu gestalten.

Besondere Relevanz erhält die Diskussion vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung in Sachsen-Anhalt. Das Bundesland weist bereits heute eine der ältesten Bevölkerungsstrukturen Deutschlands auf. Gleichzeitig wird bis 2040 ein deutlicher Bevölkerungsrückgang erwartet. Vor diesem Hintergrund gewinnt die Frage nach einer nachhaltigen Organisation der stationären Versorgung zusätzlich an Bedeutung.

Für die repräsentative Telefonumfrage hatte Forsa im Februar 2026 insgesamt 1.000 Personen ab 18 Jahren in Sachsen-Anhalt befragt.

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