Saarland-Modell: Aktionsbündnis fordert patientenorientierte Gesundheitsreform

Bedarfsgerechte Versorgung, Bürokratieabbau und Primärarztsystem im Fokus

Das Aktionsbündnis Gesundheit Saarland setzt sich für eine grundlegende Neuausrichtung des Gesundheitswesens im Saarland ein. Ziel sei ein bedarfsorientiertes Versorgungssystem, das primärärztlich und hausapothekenzentriert ausgerichtet ist. Das Saarland soll dafür zur Modellregion werden.

„Wir brauchen im Saarland endlich ein Gesundheitssystem, das sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen orientiert und die vorhandenen Strukturen sinnvoll verknüpft. Organisatorische Ineffizienz und politische Mutlosigkeit dürfen nicht mehr über dem Patientenwohl stehen“, betont Dr. Josef Mischo, einer der Sprecher des Bündnisses.

Fünf zentrale Forderungen des Saarland-Modells
  1. Unabhängige Bedarfsermittlung: Gutachterliche Ermittlung des sektorenübergreifenden Versorgungsbedarfs.
  2. Bürokratieabbau: Entbürokratisiertes Entlass-Management und effizientere Verfahren bei Krankenkassen.
  3. Patientensteuerung: Verpflichtendes Primärarztsystem zur Koordination der Versorgung.
  4. Sektorenübergreifende Planung: Regionale Netzwerke und Hausapotheken-Modelle zur bedarfsgerechten Versorgung.
  5. Maßnahmen gegen Personalmangel: Schnellere Anerkennung ausländischer Abschlüsse, gezielte Förderung medizinischer Fachkräfte und verbesserte Weiterbildung.

Konkret sieht das Modell Maßnahmen wie Dringlichkeitsbewertungen bei Notfallbesuchen, eine stärkere Rolle der Hausärzte und Apotheken, digitale Patientensteuerung, Telemedizin sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Kliniken, Ärzten und Apothekern vor.

„Wir stehen bereit, gemeinsam mit allen relevanten Akteuren ein funktionierendes Modell für das Saarland zu entwickeln. Noch sind wir motiviert. Aber die Zeit drängt – wenn das Kind erst im Brunnen ist, stehen wir auch nicht mehr bereit“, ergänzt Peter Springborn, Sprecher des Bündnisses.

Eine Pressekonferenz zur Vorstellung des Modells ist im September geplant.