Kriterien für die Krankenhauswahl bei Krebspatienten : eine qualitative Untersuchung
Studie zeigt: Arztempfehlung und soziale Faktoren überwiegen bei Klinikentscheidung
Eine qualitative Untersuchung von Weber, Emmert und Burkard im Rahmen der 17. dggö Jahrestagung 2025 befasste sich mit den Entscheidungskriterien von Krebspatienten bei der Wahl ihres Krankenhauses. Obwohl in Deutschland jährlich rund 1,44 Millionen Krebspatienten stationär behandelt werden und die freie Krankenhauswahl politisch gefördert wird, nutzen Betroffene die öffentlich bereitgestellten Qualitätsinformationen nur selten.
Mittels systematischer Literaturrecherche und leitfadengestützter Interviews mit 15 Krebspatienten wurden 20 relevante Auswahlkriterien identifiziert. Am wichtigsten war die Empfehlung des behandelnden Arztes, gefolgt von Wartezeit, Behandlungsvolumen, Nähe zur Klinik und ärztlicher Kommunikation. Die eigene Krankenhauserfahrung hatte nur einen geringen Einfluss auf eine Veränderung dieser Präferenzen im Zeitverlauf.
Die Studie kommt zu dem Schluss, dass die Entscheidung für ein Krankenhaus bei Krebspatienten eher durch soziale Aspekte als durch rationale Informationsverarbeitung geprägt ist – insbesondere durch das persönliche Vertrauensverhältnis zum niedergelassenen Arzt.






