Innovationsfondsprojekt KOMK-K deckt Defizite in der Kommunikation beim Entlassmanagement auf
Bundesweite Befragung zeigt: Analoge Prozesse, schlechte Erreichbarkeit und fehlende Ansprechpartner bremsen eine koordinierte Nachsorge
Das Innovationsfondsprojekt KOMK-K hat zentrale Schwachstellen in der Kommunikation zwischen Kliniken und Krankenkassen im Entlassmanagement offengelegt. Grundlage ist eine bundesweite Befragung von Beschäftigten in 31 Betriebskrankenkassen, 327 Krankenhäusern sowie 63 psychiatrischen Fachkliniken, die im Sommer 2024 durchgeführt wurde. Das Konsortium aus BKK Dachverband, aQua-Institut und Deutschem Krankenhausinstitut (DKI) koordinierte das Forschungsprojekt.
Die Ergebnisse zeigen deutlich: Im Jahr 2025 ist die Kommunikation im Entlassmanagement weiterhin weitgehend analog und nicht vernetzt. Laut Erhebung verschicken 97 Prozent der befragten Klinik-Mitarbeitenden sowie 80 Prozent der Krankenkassenbeschäftigten Informationen oder Anträge noch immer per Fax. Ergänzend werden Postsendungen und Telefon genutzt – Kanäle, die jedoch regelmäßig zu Verzögerungen führen. Viele telefonische Anfragen landen nicht bei den zuständigen Stellen, sondern in Callcentern oder Warteschleifen.
Diese Situation belastet beide Seiten. „Mehr als die Hälfte der befragten Krankenhäuser und Krankenkassen zeigt sich unzufrieden mit der bestehenden Zusammenarbeit“, betont Karl Blum, Vorstand des Deutschen Krankenhausinstituts.
Für eine nachhaltige Verbesserung seien digitale Strukturen unverzichtbar. „Um die Mängel zu beseitigen, brauchen wir im Entlassmanagement künftig durchgängig digitale, sektorenübergreifende Strukturen, die den Informationsfluss in Echtzeit ermöglichen“, erklärt Anne-Kathrin Klemm, Vorständin des BKK Dachverbandes. Die Nachsorge müsse bereits bei Aufnahme eines Patienten eingeplant werden, um nahtlose Übergänge ohne Wartezeiten zu gewährleisten.
Auch das aQua-Institut sieht Potenzial für Veränderung. „Das Projekt KOMK-K zeigt, dass die Krankenhäuser und Krankenkassen offen für den Wandel im Entlassmanagement sind“, so Björn Broge, Geschäftsführer des aQua-Instituts. Entscheidend sei nun, Verantwortung für einheitliche Prozesse und eine verbindliche digitale Zusammenarbeit zu übernehmen.




