Helios Klinikum Hildesheim kooperiert mit zwei Gesamtschulen

SiNA verbindet Reanimationsunterricht mit Berufsorientierung im Gesundheitswesen

Das Helios Klinikum Hildesheim baut seine Zusammenarbeit mit Schulen in der Region aus und kooperiert inzwischen mit zwei Gesamtschulen. Gemeinsam mit der Integrierten Gesamtschule Springe und der Oskar-Schindler-Gesamtschule Hildesheim soll die Simulations- und Notfallakademie (SiNA) des Klinikums künftig Reanimationsunterricht und die Ausbildung von Schulsanitätsdiensten mit praxisnaher Berufsorientierung im Gesundheitswesen verbinden.

Hintergrund der Kooperation ist ein Beschluss des Niedersächsischen Landtags, nach dem Reanimationsunterricht künftig verbindlich in den Jahrgängen 7 bis 10 an niedersächsischen Schulen verankert werden soll. Die Umsetzung über die Kerncurricula stellt Schulen vor zusätzliche organisatorische und personelle Herausforderungen. Das Helios Klinikum Hildesheim will mit seinem Kooperationsmodell eine regionale Lösung anbieten. Die Expertinnen und Experten der SiNA übernehmen die Ausbildung und kontinuierliche Betreuung der Schulsanitätsdienste. Gleichzeitig sollen Schülerinnen und Schüler regelmäßig Kompetenzen in Erster Hilfe und Wiederbelebung erwerben.

Bastian Overheu, Geschäftsführender Leiter der SiNA, sieht darin einen wichtigen Beitrag zur Vorbereitung junger Menschen auf Notfallsituationen. Erste Hilfe solle zu einem festen Bestandteil des Schuljahres werden und Jugendlichen Sicherheit im Umgang mit medizinischen Notfällen vermitteln.

Die IGS Springe war bereits Ende 2025 als erste Partnerschule in das Modell eingestiegen. Nun wurde die Kooperation mit der Oskar-Schindler-Gesamtschule in Hildesheim offiziell besiegelt.

Klinikum wird Partner für Berufsorientierung

Die Kooperation geht über den Reanimationsunterricht hinaus. Das Klinikum will Jugendlichen einen konkreten Einblick in die Arbeitswelt eines Krankenhauses und die unterschiedlichen Gesundheitsberufe ermöglichen.

An der IGS Springe besuchen rund 850 Schülerinnen und Schüler die Schule. An der Oskar-Schindler-Gesamtschule in Hildesheim sind es rund 550. Gerade an der OSG soll die Zusammenarbeit dazu beitragen, die verpflichtende Reanimationsschulung organisatorisch zu unterstützen. Nach Angaben der Schule betrifft das Angebot dort rund 200 Jugendliche pro Jahrgang.

Gleichzeitig wird das Klinikum als regionaler Arbeitgeber stärker in die Berufsorientierung eingebunden. Neben klassischen Berufsbildern wie Pflege und Medizin sollen auch weniger bekannte Ausbildungswege vorgestellt werden. Dazu zählen unter anderem die Medizinische Technologische Radiologieassistenz (MTRA), die Operationstechnische Assistenz (OTA) und die Anästhesietechnische Assistenz (ATA).

Bereits ein „Clinic Day“ mit Einblicken in Schockraum und Operationsbereich hatte bei Jugendlichen der OSG großes Interesse ausgelöst. Die Kooperation soll nun regelmäßige gemeinsame Projekte, Praktika und gegenseitige Besuche ermöglichen.

Nachwuchsgewinnung beginnt früh

Für das Klinikmanagement verbindet das Modell mehrere strategische Ziele. Einerseits unterstützt das Klinikum die Schulen bei der Umsetzung des Reanimationsunterrichts und stärkt damit die Erste-Hilfe-Kompetenz junger Menschen. Andererseits erhält es frühzeitig Kontakt zu potenziellen Nachwuchskräften.

Die Kooperation kann damit zu einem Baustein der langfristigen Personalgewinnung werden. Gerade angesichts des Fachkräftemangels im Gesundheitswesen gewinnen frühzeitige Kontakte zu Schülerinnen und Schülern an Bedeutung.

Die SiNA übernimmt dabei eine Schnittstellenfunktion zwischen Schule und Klinik. Durch praktische Übungen, Einblicke in medizinische Arbeitsbereiche und direkte Kontakte zu Beschäftigten können Jugendliche ein realistischeres Bild von Gesundheitsberufen entwickeln.

Die langfristige Perspektive der Partnerschaft soll durch gemeinsame Projekte und Praktikumsangebote weiter ausgebaut werden. Damit entsteht ein Modell, das Reanimationskompetenz, gesellschaftliche Verantwortung und Nachwuchsgewinnung miteinander verbindet.

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