Neue Doppelspitze der DDG: Klinik trifft Praxis – Fokus auf Prävention, Vernetzung und Teilhabe

Prof. Dr. Julia Szendrödi zur Präsidentin der Deutschen Diabetes Gesellschaft gewählt / Dr. Tobias Wiesner ist neuer Vizepräsident

Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat eine neue Führung: Professorin Dr. Julia Szendrödi, Ärztliche Direktorin am Universitätsklinikum Heidelberg, wurde von der Mitgliederversammlung zur Präsidentin für die Amtszeit 2025–2027 gewählt. Ihr zur Seite steht der Leipziger Diabetologe Dr. med. Tobias Wiesner als Vizepräsident. Gemeinsam wollen sie unter dem Leitmotiv „Prävention stärken. Versorgung vernetzen. Menschen befähigen.“ zentrale Impulse für die Weiterentwicklung der Diabetesversorgung in Deutschland setzen.

Konsequente Leitlinienumsetzung und digitale Integration

Ein zentrales Anliegen Szendrödis ist die konsequentere Umsetzung evidenzbasierter Leitlinien, insbesondere durch deren feste Verankerung in Disease-Management-Programmen (DMPs). Auch die von der DDG entwickelte elektronische Diabetesakte (eDA) soll in Kombination mit der elektronischen Patientenakte (ePA) zur besseren Koordination, Transparenz und Notfallversorgung beitragen.

Verhältnisprävention und soziale Teilhabe im Fokus

Szendrödi fordert klare gesundheitsförderliche Rahmenbedingungen in öffentlichen Einrichtungen wie Kitas, Schulen, Kliniken und Pflegeeinrichtungen. Dazu zählen u.a.:

  • Verbindliche Ernährungsstandards
  • Klinikweite Ernährungskonzepte
  • Malnutritionsscreenings
    Ziel ist eine nationale Präventionsstrategie, die gesundes Aufwachsen und Altern – bestenfalls ohne Diabetes – möglich macht.
Stärkung vulnerabler Gruppen

Im Fokus stehen dabei besonders vulnerable Patientengruppen, darunter:

  • Frauen mit Gestationsdiabetes
  • Menschen mit Adipositas oder genetischer Vorbelastung
  • Kinder, Jugendliche und multimorbide Patient:innen

Szendrödi plädiert für interprofessionelle, refinanzierte Versorgungsmodelle, auch in sozial benachteiligten Regionen.

Dr. Tobias Wiesner: Perspektive aus der ambulanten Praxis

Als niedergelassener Diabetologe bringt Dr. Wiesner die Sichtweise aus dem ambulanten Sektor in die DDG-Führung ein. Er betont die Notwendigkeit verbesserter Rahmenbedingungen für:

  • Strukturelle Unterversorgung
  • Adäquate Vergütung hochwertiger Versorgung
  • Patientenschulungen
Wissenschaftlich bestens vernetzt

Szendrödi, zuvor am Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) und am UK Düsseldorf tätig, ist ausgewiesene Expertin für Insulinresistenz, Adipositasprävention und personalisierte Diabetologie. Seit 2021 ist sie W3-Professorin in Heidelberg und Mitglied der DDG seit 2009.

Weitere Personalie

Ebenfalls neu gewählt: Prof. Dr. med. Robert Wagner wird den Diabetes Kongress 2027 als Kongresspräsident leiten.